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Begegnungsreisen 2022 nach Israel erfolgreich abgeschlossen

Mit „Sichtbar Handeln!“ gestärkt gegen Antisemitismus in Jugend- und Bildungsarbeit

„Mir ist klar geworden, warum deutsch-israelischer Austausch bis heute und darüber hinaus so wichtig ist und Brücken bauen kann.“
(Teilnehmer*in der Begegnungsreise)

ConAct – Koordinierungszentrum Deutsch-Israelischer Jugendaustausch begleitet, bildet und stärkt Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe im Umgehen mit Antisemitismus in Jugend- und Bildungsarbeit. Das Projekt „Sichtbar Handeln!“ verbindet Bildung zur Geschichte und Aktualität von Antisemitismus mit einer Begegnungsreise nach Israel. Der erste Programm-baustein in Deutschland eröffnete den Teilnehmenden seit 2020 einen intensiven Lern- und Diskussionskontext zum komplexen Themenfeld. Um antisemitische Äußerungen und aktuelle Verurteilungen Israels und seiner Bürger*innen in ihrem (Arbeits-)Alltag entkräften zu können, erhielten die Fachkräfte neben theoretischem Input auch Einblicke in pädagogische Handlungs-optionen. Der zweite Teil des Programms stand ganz im Zeichen der persönlichen Begegnung. Im Jahr 2022 konnte somit die Bildungsarbeit um eine deutsch-israelische Austauschperspektive erweitert werden.

„Man redet so viel über Israel, gerade über dessen Politik, aber es ist etwas ganz anderes, es persönlich zu erleben und israelische Perspektiven zu hören.“ (Teilnehmer*in der Begegnungsreise)

Rund 80 Pädagog*innen aus ganz Deutschland reisten in 4 Gruppen jeweils eine Woche nach Israel – die Mehrzahl zum ersten Mal. Die Teilnehmenden konnten die Vielfalt des Landes in zahlreichen Begegnungen mit der Gesellschaft und Geschichte Israels erleben. So lernten sie im Gespräch mit Fachkolleg*innen und Engagierten der Jugendbewegungen deren wichtige gesellschaftliche Rolle kennen. Einen bleibenden Eindruck hinterlassen die Unterhaltungen mit Israelis, die von Europa nach Israel ausgewandert sind. Sowohl in diesen Gesprächen als auch während des Besuchs in Yad Vashem setzten sich die Fachkräfte der Jugendhilfe mit Erscheinungsformen und Funktionsweisen des Antisemitismus auseinander. Darüber hinaus erhielten sie Einblicke in die Shoah-Gedenkkultur in Israel.

„Es ist sinnvoll, Begegnungen zu ermöglichen. In der Begegnung mit ‚dem Anderen‘ kann man unnötige Ängste ablegen, Fragen klären, Neues kennenlernen, sodass ‚das Andere‘ ein ‚neues Normal‘ wird. Vor allem sollte man sich auf Gespräche einlassen und dafür ausreichende Vorarbeit leisten, damit die Konversation fließen kann.“ (Teilnehmer*in der Begegnungsreise)

Die wechselhafte Geschichte Israels wurde den Teilnehmenden auch beim Besuch der unterschiedlichen Städte – Haifa, Jerusalem und Tel Aviv – sowie kleineren Orte deutlich. Deren Landschaften bezeugen den Wandel, erzählen von der Entwicklung des Staates Israels sowie von gesellschaftspolitischen Herausforderungen der heutigen israelischen Gesellschaft.

„Ich kann noch so viele Geschichtsbücher lesen – wenn ich Menschen und ihre Geschichten kennenlerne, fange ich an zu begreifen“ (Teilnehmer*in der Begegnungsreise)

Während der Begegnungsreisen tauschten sich die Teilnehmenden über Fragen von Identität, über die verschiedenen in Israel ansässigen Religionen und die politischen Konflikte aus. Die ganz unterschiedlichen Antworten, die die Israelis auf diese Fragen nach Lebenseinstellung und Zukunftsperspektiven fanden, machten die Diversität der israelischen Gesellschaft noch einmal besonders deutlich.

„Ich kann jetzt aus eigenen Erfahrungen berichten, wie vielfältig das Land Israel und v. a. auch seine Bevölkerung ist und dass es den ‚Juden‘ oder die ‚Jüdin‘, der/die als typisch gilt, nicht gibt. […] Und von diesen persönlichen und sehr wertvollen Begegnungen erzählen zu können, um antisemitischen Vorbehalten etwas entgegensetzen zu können, sehe ich als eine der größten Chancen in der Arbeit mit Jugendlichen, um Antisemitismus abzubauen.“
(Teilnehmer*in der Begegnungsreisen)

Mehr zu den einzelnen Begegnungsreisen erfahren Sie auf der Projektwebsite: www.Sichtbar-Handeln.org.

 


Das Modellprojekt „Sichtbar Handeln! Umgehen mit Antisemitismus in Jugend und Bildungsarbeit“ wird in den Jahren 2020–2022 aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus gefördert. Weitere Module und Projektbausteine werden aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zur Errichtung eines Deutsch-Israelischen Jugendwerks sowie Mitteln des Kabinettsausschusses zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Rassismus gefördert. Das Projekt wird von ConAct – Koordinierungszentrum Deutsch-Israelischer Jugendaustausch in Kooperation mit der Israel Youth Exchange Authority und dem Council of Youth Movements Israel realisiert.