Von der Elbe ans Mittelmeer in weniger als einer Minute

Digitales Austauschprojekt zwischen Jugendlichen aus Rishon LeZion und Hamburg

Online Inspiration

Beispiele „Guter Praxis“ von Online-Austauschprojekten

Haben Sie im vergangenen Jahr ein Austauschprojekt geplant, das aufgrund der Covid-Pandemie verändert oder gar abgesagt werden musste? Suchen Sie nach Möglichkeiten und Inspiration, um junge Menschen online zusammenzubringen? 

ConAct freut sich, Ihnen herausragende und inspirierende Projekte aus Deutschland und Israel vorstellen zu können, die bewiesen haben, dass digitale Begegnungen nicht nur eine „Notlösung" sein müssen! Ganz im Gegenteil: Die Projekte zeigen vielfältige Möglichkeiten und kreative Ideen, um junge Menschen digital über Grenzen hinweg miteinander zu verbinden.

Die Vorfreude war groß. Im Frühjahr 2020 hätte die Begegnung zwischen Jugendlichen aus den Städten Rishon LeZion und Hamburg stattfinden sollen. Umso größer war die Enttäuschung, als das physische Zusammentreffen aufgrund der Corona-Pandemie sehr kurzfristig abgesagt werden musste. Die Gruppe aus Israel saß bereits auf gepackten Koffern.

Spontaner Kurswechsel. Doch die herausfordernde Situation sollte nicht zur Folge haben, dass sich die Jugendlichen in diesem Jahr auf keinem Weg begegnen würden.

Voller Tatendrang reagierten die Stadtverwaltung Rishon LeZion und die Sozialbehörde der Stadt Hamburg (Behörde für Arbeit, Gesundheit, Soziales, Familie und Integration) mit einer flexiblen Lösung auf die neue Lage: Sie luden die Jugendlichen zu einer mehrtägigen Online-Begegnung ein. Da die Jugendlichen bereits im Vorfeld Gelegenheit hatten, erste bilaterale Kontakte zu knüpfen, war die Wiedersehensfreude groß und die Gruppe voller Elan, das Beste aus der Situation zu machen.

So fern und doch so nah. Organisiert wurden fünf vielfältige Treffen auf Zoom, bei denen sich die jungen Menschen in jeweils anderthalb kurzweiligen Stunden spielerisch kennenlernen konnten und Raum für anregende Gespräche fanden.  Im Fokus der Begegnungen stand ein persönlicher Blick auf die Geschichte und Vergangenheit beider Länder: So setzten sich die Jugendlichen mit ihren eigenen Wurzeln und ihren Familiengeschichten auseinander.

Interaktiv, kreativ, persönlich. Um trotz der physischen Distanz eine vertraute Atmosphäre zu schaffen, wurden die Teilnehmer*innen häufig in Kleingruppen aufgeteilt, in denen sie sich in intimer Runde unterhalten konnten. Durch den Einsatz interaktiver Tools wurde gemeinsam geschrieben, gezeichnet und gebrainstormt – so entstand im Laufe der Zeit ein aktives Miteinander, aus dem ein gelungenes Gemeinschaftsprojekt hervorging.

Im Laufe der Treffen äußerten die Schüler*innen mehrfach den Wunsch nach einem zusätzlichen Raum für informellen Austausch. Ein Element, das bei physischen Begegnungen durch Pausen, Wegzeiten und Überbrückungsphasen beinah wie von selbst entsteht. So wurde kurzerhand beschlossen, den Jugendlichen zusätzliche Begegnungsmöglichkeiten in den Abendstunden anzubieten, an denen sie sich auf freiwilliger Basis beteiligen konnten. Mal trafen sie sich zum gemeinsamen Abendessen und mal, um zusammen einen Film zu schauen oder Musik zu hören.

Austausch digital: Kein Ersatz, aber Ergänzung. Die Organisator*innen Meyrav Kopito aus Rishon LeZion und Rainer Schwart aus Hamburg hoffen, dass die Begegnungen in naher Zukunft auch wieder physisch und vor Ort stattfinden können werden. Schließlich könne der digitale Austausch die echten Begegnungen zwischen Menschen niemals ersetzen.
Dennoch gibt es manchen digitalen Baustein, auf den auch nach der Pandemie nicht mehr verzichtet werden soll: So eigne sich der virtuelle Raum, um bereits vor Beginn des physischen Austauschs vorbereitende Treffen abzuhalten. Eine erste digitale Begegnung könne helfen, Ängste, Druck und Unsicherheiten vor der Reise abzubauen. Wünsche, Hoffnungen und Erwartungen an den Austausch könnten bereits im Vorfeld besprochen und abgeglichen werden. Zudem falle es so leichter, auch die Eltern und weitere Familienangehörige von Beginn an in den Austausch mit einzubeziehen. Auch zur intensiven Nachbereitung bietet sich die Nutzung digitaler Formate an.

Die Zukunft ist hybrid. Meyrav Kopito und Rainer Schwart sind sich sicher: Im Laufe der Pandemie haben die Jugendlichen – gewollt oder ungewollt – neue kommunikative Fähigkeiten im Internet entwickelt, die ihnen neue Möglichkeiten der Begegnung erschließen. Aus ihrer Sicht ist durch die Ausweitung des Austausches auf den digitalen Raum ein wertvoller Ort entstanden, der auch in Post-Corona-Zeiten eine gewinnbringende Ergänzung physischer Austauschprojekte bleiben wird.


Teilen Sie ihre Erfahrung mit uns!

Haben Sie auch Erfahrungen damit gemacht, Ihre deutsch-israelische Jugendbegegnung in den digitalen Raum zu bringen? Teilen Sie sie mit uns! In den kommenden Monaten werden wir Good-Practice-Beispiele von digitalen Austauschprojekten aus Deutschland und Israel veröffentlichen, sodass wir uns gegenseitig inspirieren können. Wenn Sie Ihre Begegnung vorstellen möchten, füllen Sie unseren Fragebogen aus oder kontaktieren Sie Niclas Cares oder Rinat Avigur.