ConAct-News

Israel nach dem 7. Oktober – Stimmen aus Jugendarbeit und Gesellschaft

Online-Gespräch mit Dr. Alona Eisenberg und Ortal Hadad

**English version below**

Bereits wenige Tage nach den Angriffen der Hamas auf Israel lud ConAct Fachkräfte im Deutsch-Israelischen Jugendaustausch zu einer aktuellen Stunde mit Partner*innen vom Verband der Israelischen Jugendbewegungen ein. Hierbei wurden der Bedarf und das Interesse deutlich, in dieser Krisenzeit im engen Austausch miteinander und mit ConAct zu stehen und Stimmen aus Israel zu hören. Vor diesem Hintergrund finden seit Oktober 2023 regelmäßig digitale Angebote von ConAct mit Menschen aus der israelischen Jugendarbeit und Gesellschaft statt.

Am 5. Mai 2026 setzte ConAct die Gesprächsreihe mit Dr. Alona Eisenberg und Ortal Hadad fort. Beide arbeiten für die Stadtverwaltung von Kiryat Bialik. Als Sprecherin und Verantwortliche für die Integration von Neueinwanderer*innen ist Alona Eisenberg auch für die Koordination von Jugendbegegnungen zuständig. Ortal Hadad leitet die Jugendbehörde der Stadt. 

Unter dem Titel „The Stairwell Club“ [= Treppenhaus-Club] berichteten die Referentinnen von den Erfahrungen während des Irankrieges 2026. In der 50.000-Einwohner*innen-Stadt, sind viele Wohngebäude aufgrund ihres Alters ohne Schutzraum gebaut. Die Bewohner*innen sind daher bei Raketenalarm angehalten, den sichersten Raum in ihrer Nähe aufzusuchen. Dies ist in den meisten Fällen das Treppenhaus. Alona schilderte, wie die versammelten Nachbar*innen dort nach anfänglichem Schweigen ins Gespräch kamen, miteinander scherzten und sich gegenseitig Halt gaben.

Dennoch waren die Auswirkungen der nächtlichen Alarme und der ständigen Bedrohung auf Jugendliche sichtbar: Es gab keinen festen Tagesablauf mehr, der Schlafmangel und die fehlenden Routinen sorgten dafür, dass Schüler*innen am Online-Unterricht nur eingeschränkt teilnahmen. Das permamente Bedrohungsgefühl und die gestiegene Nutzung von Social Media führten zu Angstzuständen und Isolation.

Die Stadtverwaltung reagierte mit verschiedenen Maßnahmen auf diese Herausforderungen. Sie sorgte für Angebote in den Bunkern: Für die Jugendlichen gab es dort Angebote wie Silent-Disco oder Kreativworkshops, in denen Schmuck gebastelt und Theater gespielt wurde. Auch das diesjährige Shoah-Gedenken fand im Bunker statt. Diese Orte wurden damit zu Zentren der Resilienz.

Nach dem Waffenstillstand und dem voraussichtlichen Ende des Krieges besteht die Herausforderung nun darin, eine Rückkehr zur Normalität zu ermöglichen. Bereits nach wenigen Tagen waren alle Schüler*innen zurück an ihren Schulen. Auch der Jugendaustausch rückt nun wieder in das Zentrum der Planungen. Er kann eine Säule sein, „um jungen Menschen Zuversicht zu geben und ihnen eine positive Vision der Zukunft aufzuzeigen."

International youth exchange is more vital than ever to remind our youth that a brighter world exists.