20 Jahre ConAct – 20 Jahre Kooperation mit der Israel Youth Exchange Authority

Grußworte zur Eröffnung von ConAct 2001

Am 23. Oktober 2001 fand im Alten Rathaus der Lutherstadt Wittenberg die feierliche Eröffnung von ConAct – Koordinierungszentrum Deutsch-Israelischer Jugendaustausch statt. Anlässlich des 20. Gründungsjubiläums dokumentieren wir einige Ausschnitte aus den Grußworten der Rednerinnen und Redner.

Johannes Rau, Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland

„Im Februar vergangenen Jahres war ich in Israel. Ich hatte vor der Knesset zu sprechen. Das war das erste Mal, dass im israelischen Parlament deutsch gesprochen wurde. Und in dieser Rede habe ich angeregt, den Jugendaustausch zwischen Deutschland und Israel zu verstärken. Ich war froh darüber, dass die Bundesministerin Bergmann mit war, dass wir miteinander einen Vertrag mit der israelischen Regierung abschließen konnten, der das fixiert. Dann haben wir gesagt, wir brauchen eine Koordinierungsstelle. Dann haben wir uns gefragt, wo kommt die hin. Diese ist nun in Wittenberg – ab jetzt. Und dafür bin ich Frau Bundesministerin Bergmann von Herzen dankbar. Deshalb bin ich hierhergekommen, weil ich glaube, das gilt nach wie vor, dass wir mehr Jugendaustausch brauchen als wir haben.“

Dr. Christine Bergmann, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

„Nähe, Völkerverständigung, Toleranz erwächst einfach aus der persönlichen Begegnung. Da kann man noch so viel Geschichtsunterricht haben, das ist alles gut und wichtig, aber die persönliche Begegnung gehört dazu. Man muss einmal vor Ort sein, man muss in diesem Land einmal ein paar Tage wenigstens gewesen sein und umgekehrt Gäste hier haben, um sich mit israelischen Gästen auch in Deutschland auch über unsere Situation zu unterhalten.“

Shimon Stein, Botschafter des Staates Israel

„Ich freue mich sehr, zum ersten Mal hier in der Lutherstadt Wittenberg sein zu können. Ich hoffe, dass diese Stadt in Zukunft Symbol für eine Kreuzung sein wird, von der aus hoffentlich viele Jugendliche mit einer gehörigen Portion Neugier im Kopf aufbrechen werden und einer ebenso großen Portion an Mittelmeersand in ihren Rucksäcken zurückkommen werden.“

Dr. Gerlinde Kuppe, Ministerin für Arbeit, Frauen, Gesundheit und Soziales des Landes Sachsen-Anhalt

„Zurückliegende und gegenwärtige weltpolitische Ereignisse und Katastrophen zwingen uns geradezu dazu, neue Wege der Verständigung zwischen Menschen zu suchen – Wege, mehr Gerechtigkeit zu finden, Wege des Friedens zu gehen. Das Koordinierungsbüro hier in Wittenberg ist für mich ein kleiner Pflasterstein auf diesen Wegen – hin zu mehr Verständigung, zu mehr Gerechtigkeit, zu mehr Frieden. Deswegen ist dies ein Tag der Freude für mich, an dem wir dieses Büro feierlich in Ihrer Anwesenheit, Herr Bundespräsident, einweihen dürfen.“

Christine Mähler, Leiterin des Koordinierungszentrums

„ConAct – Gemeinsam Handeln – so lautet unser Name – Gemeinsam handeln im Feld der deutsch-israelischen Jugendkontakte.

ConAct – Gemeinsam Handeln - dabei kommt der Input, die investierten Gedanken, Vorstellungen und Erwartungen von zwei Seiten und treffen sich im Feld der deutsch-israelischen Jugendkontakte. Durch Agieren entsteht Handlungsspielraum. Der Raum wird genutzt – Definierte oder vermutete Grenzen werden dabei auch mal überschritten und schließlich erweitert. Neues entsteht.

ConAct – Gemeinsam Handeln – das bedeutet, die deutsch-israelischen Jugendkontakte mit den verschiedenen Generationen, die an ihrem Entstehen und ihrer Entwicklung mitgewirkt haben, zu reflektieren und weiterzuentwickeln.

ConAct – Gemeinsam Handeln – das bedeutet für uns, gemeinsam zu denken und zu planen mit den deutschen Partnern und Interessierten im deutsch-israelischen Jugendaustausch.

ConAct – Gemeinsam Handeln – das bedeutet aber auch und vor allem die fruchtbare und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den israelischen Partnern im Jugendaustausch. Unterschiedliche Zugänge und eine schwierige deutsch-jüdische Geschichte sind dabei Teile des Feldes. In diesem Feld gilt es, verstärkt gemeinsame Interessen und aktuelle Berührungspunkte zwischen jungen Deutschen uns Israelis herauszufinden.“