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ConAct-Koordinierungsrat tagte in Berlin und online

Erfolgreiches Austauschjahr 2019 – Neue digitale Wege 2020

Zu seiner jährlichen Sitzung kam das beratende Gremium der Arbeit von ConAct auf Einladung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend am 26. August 2020 in Berlin zusammen. Wie jedes Jahr nahmen an der Sitzung Vertreter*innen relevanter Strukturen der deutsch-israelischen Begegnungsarbeit teil – der Bundesjugendring und die Sportjugend, ein Vertreter der Bundesländer, der Pädagogische Austauschdienst der Kultusministerkonferenz der Länder, die Deutsch-Israelische Gesellschaft sowie die Träger und Förderer von ConAct. Die Mitglieder des Rates besprachen im Rahmen diesem erstmalig hybriden Format der Sitzung – mit persönlicher Anwesenheit unter digitaler Hinzuschaltung einiger Vertreter*innen – die aktuellen Entwicklungen aus den verschiedenen Schnittstellen der deutsch-israelischen Austauscharbeit. ConAct konnte von einem erfolgreichen Austauschjahr 2019 mit stabil hohen Zahlen an Begegnungsprojekten und vielfältigen Projekten in der begleitenden Arbeit zum Jugendaustausch berichten. Dies spiegelt sich auch im Interesse für die Angebote zur Partnervermittlung, zur Beratung und Qualifizierung von Fachkräften sowie zur Unterstützung für die konkrete Austauscharbeit wider. Der Bericht zur Arbeit von ConAct im Jahr 2019 kann hier eingesehen werden.

Gleichzeitig muss das Jahr 2020 wegen der Corona-Krise als Jahr markiert werden, in dem nur in den ersten Monaten und dann womöglich zum Ende des Jahres erneut einige Austauschprogramme stattfanden bzw. stattfinden werden. ConAct hat auf diese schwierige Situation kurzfristig zu digitalen Angeboten zur Beratung, Vernetzung und fachlichen Kommunikation der Austauschpartner eingeladen, die von zahlreichen Trägern angenommen wurden. Deutlich wird dennoch, dass alle Beteiligten auf die baldige Rückkehr zu persönlichen Begegnungen hoffen.

Entwicklungen im Prozess zur Errichtung eines Deutsch-Israelischen Jugendwerks

Ein wichtiges Thema der Sitzung waren die Entwicklungen im Prozess zur Errichtung eines Deutsch-Israelischen Jugendwerks. Im Oktober 2018 hatte die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Dr. Franziska Giffey mit dem Israelischen Erziehungsminister Naftali Bennett die Gründung eines Deutsch-Israelischen Jugendwerks verabredet. Noch enger, noch zahlreicher und noch tiefgründiger sollen die Beziehungen zwischen jungen Menschen aus beiden Ländern werden. Das Bundesministerium ermöglichte im Jahr 2019 zu diesem Zweck bedeutsame Projekte, über deren Stand und Verlauf das Gremium informiert wurde:

Im Juni 2019 fand in Berlin eine Deutsch-Israelische Trägerkonferenz statt, an der auch mehrere der Anwesenden teilgenommen hatten. Die Veranstaltung gab Trägern aus den verschiedenen Bereichen der deutsch-israelischen Austauscharbeit die Möglichkeit, zusammenzukommen und gemeinsam die Zukunft des Jugendaustauschs zu diskutieren. Einen ähnlichen Diskurs führten im November 2019 rund 200 junge Menschen aus Deutschland und Israel auf einer bilateralen Jugendkonferenz. Die hieraus entwickelten neuartigen Projektideen werden aktuell in einem „Youth Exchange Lab“ zur Umsetzung vorbereitet. Aufgrund der Corona-Pandemie im Jahr 2020 konnten hier erste Schritte bisher ausschließlich auf digitalem Wege begonnen werden. Auch weitere Impulse aus der Konferenz werden im Jahr 2020 zur Umsetzung gebracht. So konnte etwa auf der Sitzung des Koordinierungsrates das Konzept zum Aufbau einer Alumni-Plattform für den deutsch-israelischen Austausch vorgestellt werden. In diesem Sinne schreibt ConAct viele Schritte auf dem Weg zur Errichtung eines Deutsch-Israelischen Jugendwerks aktiv fort.

Living Diversity in Germany and Israel

Im Rückblick auf das Jahr 2019 wurde zudem der Abschluss des mehr als vierjährigen Projekts „Living Diversity in Germany and Israel – Challenges and Perspectives for Education and Youth Exchange“ vorgestellt. Zuletzt waren unter dem Motto „Your Story Moves!“  gemeinsam mit Kooperationspartnern in Deutschland und Israel sechs Pilotprojekte durchgeführt worden, die sich mit individuellen und gesellschaftlichen Migrationsgeschichten in beiden Ländern befassten. Im November 2019 wurden auf einer deutsch-israelischen Fachtagung in Potsdam die Ergebnisse des mehr als vierjährigen Projekts vorgestellt und wichtige Ergebnisse diskutiert. Eine Broschüre zum Themenschwerpunkt „Begegnungen junger Menschen in Migrationsgesellschaften“ mit konkreten Ideen und Checklisten für die Planung konnte hier präsentiert werden. ConAct ist zuversichtlich, dass sich die Offenheit für die Vielfalt der individuellen und kulturellen Identitäten junger Menschen in beiden Gesellschaften mehr und mehr auch in der Gestaltung deutsch-israelischer Begegnungsprogramme zeigen wird.

Sichtbar handeln gegen Antisemitismus

Ein weiterer thematischer Schwerpunkt der Sitzung des ConAct-Koordinierungsrates war die Vorstellung des neuen Projekts „Sichtbar handeln! Umgehen mit Antisemitismus in Jugend- und Bildungsarbeit“. Mit diesem Projekt richtet sich ConAct an Fachkräfte, die bisher noch nicht mit Israel im Kontakt waren, die gleichzeitig jedoch in ihrem Alltag mit Formen von (israelbezogenem) Antisemitismus konfrontiert sind. Das Projekt kombiniert in dem Angebot an die Fachkräfte ein Seminar in Deutschland mit einer Begegnungsreise nach Israel und will daran anknüpfend neue Austauschprojekte für junge Menschen initiieren. Das Projekt wird vom Beauftragten des Bundes für jüdisches Leben in Deutschland und gegen Antisemitismus gefördert.

Der Koordinierungsrat würdigte die vielgestaltig geleistete Arbeit von ConAct, auch in Kooperation mit der Israel Youth Exchange Authority, und wünschte für alle nächsten Projekte gutes Gelingen.