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Gemischter Fachausschuss für den Deutsch-Israelischen Jugendaustausch tagte in Hamburg

380 Programme für den Jugendaustausch zur Förderung im Jahr 2020 vorgeschlagen

Die Antragszahlen für deutsch-israelische Austauschprojekte sind abermals gestiegen – diese erfreuliche Nachricht wurde auf der diesjährigen Sitzung des Gemischten Fachausschusses für den Deutsch-Israelischen Jugendaustausch in Hamburg diskutiert. Mit mehr als 380 Anträge auf Förderung für Austauschprogramme steht dem deutsch-israelischen Jugendaustausch für 2020 ein Jahr voller Aktivitäten bevor – darunter zahleiche neue Partnerschaftsprojekte.

Vom 2. bis 5. Dezember 2019 tagte der Gemischte Fachausschuss für den deutsch-israelischen Jugendaustausch unter dem Vorsitz von Thomas Thomer, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, und Naftali Dery, Vorstandsmitglied der Israel Youth Exchange Authority, in Hamburg. Wie immer kamen die Vertreter*innen der im außerschulischen Jugendaustausch zwischen Deutschland und Israel vertretenen Strukturen für drei Tage zusammen, um aktuelle Herausforderungen und neue Entwicklungen im Jugendaustausch zu besprechen. Dabei waren der Deutsche Bundesjugendring und der israelische Verband der Jugendbewegungen ebenso involviert wie Vertreter*innen der Städte und Kommunen beider Länder, die Deutsch-Israelische Gesellschaft, die Deutsche Sportjugend und der Zusammenschluss des Israelischen Sports vertreten durch den Verband Maccabi. In diesem Jahr kamen auch der Gesandte der Israelischen Botschaft in Berlin, Aaron Sagui und der Leiter der Öffentlichkeitsarbeit, Yaki Lopez, nach Hamburg, um das Gremium zu begrüßen.

Zu Gast in Hamburg wurde der Aufenthalt unter anderem genutzt, um das historische Gebäude der „Israelitischen Töchterschule“ zu besuchen, das heute Ort der Erinnerung an das jüdische Leben in Hamburg ist und zugleich als Ort der Bildung dient.  So konnten sich die deutschen und israelischen Mitglieder des Fachausschusses zugleich vor Ort in Gesprächen mit Gruppenleiter*innen und Teilnehmenden aus Hamburger deutsch-israelischen Austauschprojekten über deren Erfahrungen informieren.

Der Fachausschuss dankte ConAct und der Israel Youth Exchange Authority (IYEA) für das große Engagement bei der Gestaltung und Entwicklung des deutsch-israelischen Jugendaustausches im zu Ende gehenden Jahr 2019. Im Zentrum standen dabei vor allem zwei Themenschwerpunkte:

Zum einen ging es dabei um das bilaterale Projekt „Living Diversity in Germany and Israel – Challenges  and Perspectives for Education and Youth Exchange“, welches nach mehr als vier Jahren zum Ende des Jahres 2019 abgeschlossen wird. Ein bilaterales Team von ConAct und IYEA hatte in mehr als 20 eigenen Veranstaltungen den fachlichen Austausch zwischen deutschen und israelischen Jugendorganisationen und Bildungsträgern zu Herausforderungen der diversitätsbewussten Bildungsarbeit in Deutschland und Israel vorangebracht. In den Jahren 2018/2019 wurde eine weitere inhaltliche Fokussierung vorgenommen: die Begegnung junger Menschen aus den Migrationsgesellschaften in Deutschland und Israel. Sechs Pilotprojekte waren dabei in 2018 und 2019 durchgeführt worden, in denen unter dem Titel „Your Story Moves!“ junge Multiplikator*innen der Bildungsarbeit aus beiden Ländern in Deutschland und Israel zusammentrafen. Der Fachausschuss würdigte die wichtigen Ergebnisse: Gerade vor dem Hintergrund der Zunahme menschenfeindlicher Äußerungen und Aktionen in den Gesellschaften weltweit sei es wichtig, nicht darin nachzulassen, aktiv gegen Ausgrenzung, Rassismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit sowie Antisemitismus einzutreten und für Demokratie und das zivilgesellschaftliche Miteinander zu wirken. Das Projekt „Living Diversity in Germany and Israel“ habe hierzu einen wichtigen und sichtbaren Beitrag geleistet. Es gelte nun, die wichtigen Erkenntnisse und Impulse fortlaufend in die Austauscharbeit einzubringen.

Zum anderen standen die Projekte im Prozess der Errichtung eines Deutsch-Israelischen Jugendwerks im Zentrum der Aufmerksamkeit. Im Protokoll des Gremiums heißt es dazu: „Die Errichtung eines Deutsch–Israelischen Jugendwerks ist ein historisches Signal für die besonderen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel. Die offizielle Aufnahme der Regierungsverhandlungen konnte aufgrund der andauernden Regierungsbildung in Israel noch nicht beginnen. Der Fachausschuss spricht sich dafür aus, die bestehenden Strukturen der beiden Koordinierungsbüros ConAct und IYEA zu einem Jugendwerk auszubauen. Die vom Deutschen Bundestag zur Verfügung gestellten Sondermittel in Höhe von 1 Mio. Euro im Jahr 2019 wurden für zwei sehr erfolgreiche bilaterale Konferenzen in Berlin verwandt – eine für Träger und eine für Jugendliche – sowie zur Förderung von 39 Sonderprojekten in Vorbereitung zur Errichtung eines Deutsch-Israelischen Jugendwerks. Ziel war es, die deutschen und israelischen jugendlichen Teilnehmenden und Vertreter*innen der Träger im deutsch-israelischen Jugend- und Fachkräfteaustausch wie auch aus benachbarten Bereichen der deutsch-israelischen Jugendkontakte aktiv in die Entwicklung eines Deutsch-Israelischen Jugendwerks einzubinden. (…)  Die in den Konferenzen und Projekten gewonnen Erkenntnisse werden zur Stärkung der Deutsch-Israelischen Jugendkontakte sowie zum Ausbau und zur Festschreibung einer dauerhaft bilateralen Zusammenarbeit herangezogen. Im Jahr 2020 stehen Sondermitteln in Höhe von 2 Mio Euro zur Verfügung.“

Die Unterzeichnung des Protokolls der Sitzung fand auf Einladung und in Anwesenheit des Hamburger Staatsrats Jan Pörksen im Hamburger Rathaus statt.