Veranstaltungsarchiv

„Junge Lebenswelten in Israel“ – Bericht der Studienfahrt der Bundeszentrale für politische Bildung in Kooperation mit ConAct

Die Studienreise „Junge Lebenswelten in Israel“ führte vom 8. bis 20. November 2015 22 junge Multiplikator/innen aus Zivilgesellschaft und Jugendarbeit nach Israel. Die Bundeszentrale für politische Bildung und ConAct bieten seit mehreren Jahren gemeinsame Studienfahrten an.

In Gesprächen und Begegnungen mit überwiegend jungen Menschen aus den verschiedensten Bereichen der israelischen Gesellschaft beschäftigten sich die Teilnehmenden der Studienfahrt mit vielen unterschiedlichen Erfahrungen und Vorstellungen der jungen Generation von der Zukunft Israels.

Junge Menschen in Israel unterscheiden sich in ihrem Alltag auf den ersten Blick kaum von Gleichaltrigen in anderen Teilen der westlichen Welt: flippige Modetrends, eine ausgeprägte Partykultur und zahlreiche Freundschaften gehören zum Lebensstil. Dennoch unterscheiden sich Alltag und Lebensläufe junger Israelis erheblich von denen junger Europäer. Bis heute kann ihnen kein Leben in Sicherheit und Frieden garantiert werden. Umbrüche im Nahen Osten, der israelisch-palästinensische Konflikt, die wachsende Unzufriedenheit über soziale Ungleichheiten und der für jüdische Israelis verpflichtende Dienst in der Armee spaltet Israels Jugend in unterschiedliche Lager. Der zwei- bzw. dreijährige Dienst in der israelischen Armee gehört nach wir vor für viele jüdische Israelis zu dem prägendsten Lebensabschnitt: Aus sorglosen Teenagern werden über Nacht Soldatinnen und Soldaten, denen großes Verantwortungsbewusstsein abverlangt wird. Anders sieht der Alltag vieler ultraorthodoxer junger Männer aus: Sie widmen sich in erster Linie dem Studium von Thora und Talmud und leisten aus religiösen Gründen keinen Armeedienst. Junge Palästinenserinnen und Palästinenser mit israelischem Pass wiederum werden in einem jüdisch definierten Staat mit völlig anderen Herausforderungen konfrontiert.