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“Wir bauen eine Stadt” in nur einer Woche

J-ArtEck war im August 2026 mit Festival zu Gast in Wittenberg

Wie viel man in einer Woche künstlerisch entwickeln kann, hat erneut der deutsch-israelische Musik-Austausch von J-ArtEck, diesmal in Lutherstadt Wittenberg unter Beweis gestellt: Nach nur sieben Tagen Entwicklung und Proben stand eine Kinderoper auf der Bühne, die in der Phönix Theaterwelt Wittenberg aufgeführt wurde. Flankiert wurde die Aufführung von einer Ausstellung über „Entartete Kunst“, einem jiddischen Puppenspiel und jüdischer und israelischer Livemusik. Gefördert wurde das Ganze unter anderem von ConAct – Koordinierungszentrum Deutsch-Israelischer Jugendaustausch.

Die Künstler*innen der Berliner Jugendbildungsstätte J-ArtEck ließen sich von dem berühmten nicht-jüdischen Komponisten Paul Hindemith inspirieren, der 1930 „Wir bauen eine Stadt“ als ein „Spiel für Kinder“ komponiert hatte. Hindemith war Vertreter der modernen Neuen Musik, die mit der traditionellen Form der Kinderoper brach. Auch bei „Wir bauen eine Stadt“ geht es um einen anwendungsorientierten, gemeinschaftlichen Zugang zu Musik. Schon in den Dreißigerjahren wurde das Stück aber von jüdischen Gruppen aufgegriffen – zum Beispiel dem Jüdischen Kulturbund in Köln –, die mit Blick auf Tel Aviv und den Aufbau Israels darin ihre eigene Bedeutung fanden.

Die mehr als 70 jugendlichen Teilnehmenden kamen aus jüdischen und nicht-jüdischen, deutschen und israelischen, mehrheitlich russischsprachigen Familien. Bei der Aufführung wirkten die Teilnehmenden als Orchesterbesetzung, als Sänger- und Tänzer*innen sowie Bühnenbildner*innen mit. Für die künstlerische Leitung bekam der Komponist Stas Gavrilov (Beit HaMusika Gilboa) anhaltenden Applaus – auch von den Jugendlichen selbst. Der Abend endete mit einer Rede von der J-ArtEck Leiterin Ella Nilova, die den Wert der künstlerischen Freiheit in der Demokratie betonte, den es dieser Tage zu verteidigen gelte.

ConAct als Förderer von J-ArtEck e. V. wünscht viel Erfolg auch für die kommenden Jahre. Weitere Förderung und Unterstützung kam von Erasmus+, aus dem Förderprogramm „Jüdisches Leben in Sachsen-Anhalt“ im Rahmen des Landesprogramms für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus und der Wittenberger Stadtkirche St. Marien. 

Alle Fotos: ConAct