German-Israeli Summer Camp 2026 Creating Hope & Building Future

Bundesjugendministerin Karin Prien und Israels Botschafter Ron Prosor besuchten das Deutsch-Israelische Summer Camp in Berlin

Gerade in schwierigen Zeiten sind persönliche Treffen wichtiger denn je. Das deutsch-israelische Summer Camp bringt junge Menschen, darunter auch Fachkräfte, aus Deutschland und Israel zusammen, um Vertrauen und gegenseitiges Verständnis aufzubauen und zu stärken. Gemeinsam sorgen wir dafür, dass solche Begegnungen auch unter herausfordernden Bedingungen möglich bleiben. 

– so die Worte von Bundesjugendministerin Karin Prien.

Das German-Israeli Summer Camp 2026 – Creating Hope & Building Future– war ein gemeinsamer Ort für junge Menschen aus Deutschland und Israel und fand vom 23. bis 30. August 2026 an einem See in Berlin statt. Insgesamt 280 Jugendliche aus beiden Ländern im Alter von 16 bis 24 Jahren waren zu dieser gemeinsamen Woche am See eingeladen, um Begegnung, Austausch und Miteinander zu erleben: Teambuilding-Aktivitäten, kreative Workshops, Sport, Spiel und Spaß standen auf dem Programm. Ein Tag war der Erinnerung an die Verfolgung und Ermordung von Jüdinnen und Juden in Berlin gewidmet, an dem die Jugendlichen Gedenkorte in Berlin besuchten und gemeinsam eine Gedenkzeremonie am Gleis 17 in Berlin-Grunewald gestalteten.

Während der Gedenkzeremonie habe ich einen besonderen Menschen getroffen. Ich habe ein Gebet gesprochen und er hat sein Gebet gesprochen für diejenigen, die im Holocaust umgekommen sind. Ich habe ein jüdisches Gebet gesprochen, er ein katholisches. Und er hat mir seine Geschichte erzählt. 

Es interessiert mich sehr, was die Deutschen fühlen in Bezug auf ihre Geschichte. Fühlen sie sich schuldig? Sind sie traurig? Sind sie wütend? Haben sie bereits vergessen?

Er erzählte mir, dass sein Großvater im Krieg Züge zu den Konzentrationslagern gefahren hat. Dabei fing er an zu weinen, er hat sich sehr schuldig gefühlt. Und dann erzählte er mir, wie wichtig es ihm ist, dass die Menschen nicht vergessen, was hier passiert ist.

– Teilnehmer aus Israel

Die Begegnungen der jungen Menschen aus Deutschland und Israel brachten für die Teilnehmenden viele neue Einsichten: Viele von ihnen trafen zum ersten Mal auf Jugendliche aus dem jeweils anderen Land und waren überrascht, viele Gemeinsamkeiten zu entdecken und gleichzeitig über die unterschiedlichen Lebensrealitäten im Alltag zu sprechen.

Ich möchte die gute Stimmung in Erinnerung behalten. Israel ist im Krieg und die Zeiten sind schwierig. Darum ist es so toll zu sehen, dass die jungen Menschen hier trotzdem fröhlich sind und das Leben genießen und diesen Spirit mit uns teilen. Das hat meine Einstellung zum Leben verändert, dass man auch in schweren Zeiten fröhlich und in guter Stimmung sein kann.“

– Teilnehmerin aus Deutschland

Es war toll zu sehen, dass die anderen gar nicht so anders sind als wir. Ich weiß, dass Deutsche etwas höflicher und zurückhaltender sind. Sie haben etwas Zeit zum Auftauen gebraucht. Aber am dritten Tag sprangen wir schon zusammen in den See und machten viele Witze, es hat so viel Spaß gemacht!

– Teilnehmer aus Israel

Bewegend war der Austausch über die Lebenssituation junger Menschen in Israel, die seit fast drei Jahren gleichzeitig von Krieg und Alltag geprägt ist. Junge Teilnehmende aus Israel kamen während einer Beurlaubung vom Militärdienst, andere berichteten vom Tod von Freunden während der Angriffe auf Israel am 7. Oktober 2023 und in den nachfolgenden Kriegen. Persönliche Gespräche eröffneten Einblicke, die neu waren.

Vorher habe ich viel über Israel in den Nachrichten gehört. Ich dachte, ich weiß ungefähr Bescheid, aber es war nicht unbedingt mein Thema. Jetzt höre ich einfach, dass da Bomben einschlagen. Auf einmal ist es so echt, wenn ich mit den Leuten hier rede.

– Teilnehmer aus Deutschland

Es war sehr schwer für mich, über den 7. Oktober zu sprechen. Aber es war sehr interessant, zu erfahren, was die Teilnehmenden aus Deutschland darüber aus den Nachrichten wissen, im Unterschied zu unserem Erleben in Israel. So viele Menschen mögen uns hier und fühlen sich uns verbunden oder hassen uns zumindest nicht. Ich habe in den sozialen Medien so viel Hass gespürt. Darum bin ich so froh hier zu sein und es ist gar nicht so schlimm, wie ich befürchtet hatte, im Gegenteil.

 – Teilnehmerin aus Israel

Neu für die Jugendlichen war auch die Erkenntnis, dass in beiden Ländern Menschen mit vielen verschiedenen kulturellen und nationalen Zugehörigkeiten leben – aus Deutschland waren unter anderem Teilnehmende ukrainischer Herkunft, aber auch aus dem Iran, Irak, Afghanistan oder Syrien anwesend; aus Israel waren jüdische und arabische Teilnehmende angereist. 

Ich dachte, dass Juden und Araber total verfeindet sind, aber hier habe ich gelernt, dass viele arabische Menschen in Israel leben und das Zusammenleben meistens gut funktioniert. Das habe ich hier erst richtig verstanden

 – Teilnehmerin aus Deutschland

Als wir die Deutschen trafen, war bei ihnen auch ein Mädchen dabei, das ursprünglich aus dem Irak kommt. Ich war sehr neugierig, ihre Lebensgeschichte zu erfahren. Also habe ich sie angesprochen und wir haben uns darüber unterhalten, wo sie herkommt, wie es für sie ist, in Deutschland zu leben. Es war toll, neue Leute zu treffen, die so einzigartig sind und die ich in meinem täglichen Leben nie getroffen hätte.

– Teilnehmer aus Israel

 Der Deutsch-Israelische Jugendaustausch erlebt momentan schwere Zeiten, aufgrund der Sicherheitslage im Nahen Osten und aufgrund antisemitischer Anfeindungen in Deutschland. Um dennoch Jugendaustausch möglich zu machen, luden ConAct und die Israel Youth Exchange Authority zum Summer Camp in Berlin ein. Sie stellten den Ort, die Infrastruktur und den Rahmen für diese gemeinsame Woche. An einem der Tage besuchten Karin Prien, Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) und der Botschafter des Staates Israel Ron Prosor das Summercamp und kamen mit Jugendlichen ins Gespräch über Motivation, Eindrücke und Erfahrungen, die sie während des Summer Camps gesammelt haben. Das Summer Camp wurde aus Mitteln des BMBFSFJ zur Errichtung eines Deutsch-Israelischen Jugendwerks finanziert.

Es wäre toll, wenn wir die Möglichkeiten hätten, dass sich alle Teilnehmenden des Sommercamps noch einmal treffen könnten. Wir haben hier so tiefe Verbindungen aufgebaut. Wir wollen weitermachen und die Verbindungen jedes Jahr weiter vertiefen.

– Teilnehmer aus Israel

 

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