Wie umgehen mit „viralem Antisemitismus“?
„Ich heiße Rosa, ich mag meinen Hundi, Essen mit viel Knoblauch und ich mach gern Dead Jokes. Ich bin Jüdin und ich leb in Deutschland. Und nein, das heißt nicht, dass ich nur an die Shoah denke, orthodox bin oder ‚jüdisch‘ spreche. Und ich erlebe ständig Antisemitismus.“ So beginnt eines der Content-Videos, welche im Projekt „Shift & Tell“ der Amadeu Antonio Stiftung produziert wurden, um auf TikTok und Co. über Antisemitismus aufzuklären und Handlungsmöglichkeiten im Umgang damit aufzuzeigen.
Im Rahmen eines Netzwerkangebots von „Sichtbar Handeln! Gegen Antisemitismus.“ war Theresa Lehmann, die Projektleiterin von Shift & Tell online zu Gast bei ConAct. In ihrem Vortrag erklärte sie, wie sich antisemitische Bilder und Erzählungen heutzutage in den Sozialen Medien verbreiten. Besonderes Augenmerk galt der Plattform TikTok: Zum einen den Mechanismen, die dort die Verbreitung von Antisemitismus begünstigen und deren beschleunigten Dynamiken insbesondere nach dem 7. Oktober 2023.
Soziale Medien sind eine der wichtigsten Informationsquellen junger Menschen. Daher ist die Auseinandersetzung mit den Diskursen, die in ihnen stattfinden, unerlässlich für all jene, die mit Jugendlichen arbeiten. Das heißt, eine klare Empfehlung war, durch Monitoring Trends auf TikTok und Co. zu verfolgen. Das ermöglicht es, die oftmals entkontextualisierten und vereinfachten Darstellungen – zum Beispiel im Hinblick auf den 7. Oktober und seine Folgen – im analogen pädagogischen Raum zum Gesprächsanlass zu nehmen, zu kontextualisieren und zu differenzieren. Vorgestellt wurde auch das medienpädagogische Actionkit demo-create, eine Sammlung interaktiver Methoden, um für Medienkonsum, Falschmeldungen und Hassrede auf TikTok zu sensibilisieren.
22 Fachkräfte der Jugend- und Bildungsarbeit tauschten sich mit der Referentin auch über eigene Herausforderungen und Erfahrungen mit Antisemitismus in den Sozialen Medien aus. Sie erhielten zahlreiche Tipps und methodische Anregungen zum Umgang mit viralem Antisemitismus. Weitere Veranstaltungen der Reihe „Digitale Angebote im Netzwerk ‚Sichtbar Handeln!‘“ folgen im Herbst 2026. Sie beschäftigen sich vertiefend mit Antisemitismus und richten sich an aktuelle sowie ehemalige Teilnehmende des ConAct-Projekts.
Mehr über das von ConAct realisierte Projekt „Sichtbar Handeln! Umgehen mit Antisemitismus in Jugend- und Bildungsarbeit“ erfahren Sie unter www.Sichtbar-Handeln.org.
Das Projekt „Sichtbar Handeln! Umgehen mit Antisemitismus in Jugend- und Bildungsarbeit“ wird von ConAct – Koordinierungszentrum Deutsch-Israelischer Jugendaustausch in Kooperation mit der Israel Youth Exchange Authority und dem Council of Youth Movements seit 2020 realisiert. Es wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.








