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Ma koreh? Was bewegt Israel? – Stimmen aus Jugendarbeit und Gesellschaft

Online-Gespräch mit Michal Rahav

Bereits wenige Tage nach den Angriffen der Hamas auf Israel lud ConAct Fachkräfte im Deutsch-Israelischen Jugendaustausch zu einer aktuellen Stunde mit Partner*innen vom Verband der Israelischen Jugendbewegungen ein. Hierbei wurden der Bedarf und das Interesse deutlich, in dieser Krisenzeit im engen Austausch miteinander und mit ConAct zu stehen und Stimmen aus Israel zu hören. Vor diesem Hintergrund finden seit Oktober 2023 regelmäßig digitale Angebote von ConAct mit Menschen aus der israelischen Jugendarbeit und Gesellschaft statt.

Am 2. Juli 2026 setzte ConAct die Gesprächsreihe mit Michal Rahav fort. Die Sprecherin des Kibbuzes Nirim überlebte den 7. Oktober 2023 in ihrem Zuhause. Nach zwei Jahren der Evakuierung kehrte sie im März 2025 zusammen mit ihrem Mann und ihren Kindern als eine der Ersten nach Nirim zurück. Michal berichtete über den Wiederaufbau.

Nirim: Der 7. Oktober und die Folgen

Am 7. Oktober wurden in Nirim fünf Menschen ermodet und fünf weitere entführt, von denen drei lebend zurückkamen. Am nächsten Tag wurden die Bewohner*innen evakuiert. Michal berichtete von der Zeit der Evakuierung zunächst am Küstenort Eilat und später in Be’er Scheva. Die Hilfsbereitschtschaft der Menschen und viele therapeutische Angbote unterstützten die Evakuierten dabei, mit dem Erlebten umzugehen und einen neuen Alltag aufzubauen. Dazu gehörten die Einrichtung eines Co-Working-Raums und Freizeitangebote wie Fußballtraining für Kinder.

Gemeinschaftsstrukturen aufrechterhalten

Die Gruppe erhielt die Gemeinschaftsstrukturen des Kibbuzes auch in der Evakuierung am Leben. Regelmäßig trafen sich die Bewohner zu Versammlungen und gründeten Arbeitsgruppen. Dabei wurde ihnen schnell klar: Sie wollen in ihre Heimat und ihr altes Leben zurückkehren. Eine wichtige Rolle nahmen dabei die jungen Menschen ein – sie beschlossen trotz der Bedenken ihrer Eltern, im Herbst 2024 den Unterricht an ihrer alten Schule nahe Nirim zu besuchen.

Wiederaufbau des Kibbuzes

Die Bewohner*innen von Nirim wollten nicht auf staatliche Mittel für den Wiederaufbau des zerstörten Kibbuzes warten und starteten deshalb eine erfolgreiche Spendenkampagne. Man entschied sich dagegen, Ruinen als steinerne Zeugnisse des „Schwarzen Schabbat“ stehen zu lassen und beschloss, mehr als 30 zerstörte Häuser komplett abzureißen und neu zu bauen. Michal begründete dies folgendermaßen: 

„Wir wollen nicht neben einem Mahnmal leben“. [Englisch: We don’t want to live next to a memorial“]. 

Auf Sicherheitsmaßnahmen wurde bei den Baumaßnahmen besonders Wert gelegt. So sind neben vielen anderen Vorkehrungen die Türen der Schutzräume nun von innen verschließbar. 

Zu Beginn des Jahres 2025 kehrten die ersten Bewohner*innen dauerhaft zurück. Der Iran-Krieg im Juni desselben Jahres sorgte dafür, dass die für den Sommer geplante Rückkehr der übrigen Mitglieder beschleunigt wurde, da der Süden als verhältnismäßig sicher vor den iranischen Raketen galt. Fast alle Kibbutzbewohner*innen sind nun wieder in Nirim. Daneben wollen viele Interessenten*innen als Neumitglieder aufgenommen werden. Demnächst werden sechs neue Familien ihre Häuser beziehen.