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Politik signalisiert Unterstützung

Fachgespräch mit Bundestagsabgeordneten im Rahmen der Aktionswoche #internationalheart

Ein Fachgespräch mit Jugendpolitiker*innen von Bundestagsfraktionen zur Situation der Internationalen Jugendarbeit in der Coronakrise war der Höhepunkt der Aktionswoche #internationalheart. Am 13. November 2020 diskutierten Sönke Rix (SPD), Norber Müller (Die Linke), Matthias Seestern-Pauly (FDP), Michaela Noll (CDU/CSU) und Beate Walter-Rosenheimer (Bündnis 90/Die Grünen) mit Vertreter*innen der Fach- und Förderstellen.

Die Corona-Pandemie hat fatale Auswirkungen auf internationalen Austausch und Begegnung und damit auch auf die Träger der Internationalen Jugendarbeit. Marie-Luise Dreber, Direktorin von IJAB, stellte die Ergebnisse einer Befragung vor, an der sich 141 Träger beteiligt hatten. Christine Mähler, Leiterin von ConAct – Koordinierungszentrum Deutsch-Israelischer Jugendaustausch, und Tobias Bütow, Generalsekretär des Deutsch-Französischen Jugendwerks, präsentierten die Schlussfolgerungen, die auch im gemeinsamen Positionspapier der Fach- und Förderstellen der Europäischen und Internationalen Jugendarbeit gezogen werden.

Die überwiegende Mehrheit der internationalen Maßnahmen – 90% der Gruppenangebote und 81% der individuellen Angebote – musste 2020 abgesagt werden. Das bringt vor allem Träger, die keine oder nur geringe strukturelle Förderung erhalten, in Schieflage. Internationale Netzwerke, die Voraussetzung für den Austausch sind, leiden oftmals ebenfalls unter der fehlenden strukturellen Förderung in den Partnerländern. Auch in der Internationalen Jugendarbeit wurde nach Alternativen in digitalen und hybriden Formaten gesucht. Vor- und Nachbereitungen von Austauschen wurden auf digitale Tools umgestellt, Seminare und Tagungen auf Online-Formate. Aber: Nur 12% der Träger kennen gelungene Beispiele für virtuellen Austausch zwischen jungen Menschen.

Die Bundesregierung hat viel dafür getan, die Arbeit der Träger aufrechtzuerhalten. 34% der befragten Träger Internationaler Jugendarbeit haben die staatliche Unterstützung in Anspruch genommen. Fest steht aber auch: Diese Unterstützung muss aufrechterhalten und gegebenenfalls erweitert werden. Eine weitere wichtige Schlussfolgerung ist: Die Träger brauchen flexible Förderprogramme. Sie müssen die internationalen Partner in den Blick nehmen und digitale Formate ermöglichen. Junge Menschen, die als Freiwillige oder Au-pair nach Deutschland kommen möchten, müssen die Möglichkeit haben, ein Visum zu beantragen. Und: Das Arbeitsfeld braucht Unterstützung bei der Digitalisierung.

Christine Mähler von ConAct betonte abschließend nochmal den hohen Stellenwert Internationaler Jugendarbeit für das Leben in demokratischen Gesellschaften: „Internationale Erfahrungen bilden Menschen. Investitionen in internationale Erfahrungen sind immer auch Investitionen in die Demokratie und in die Weltoffenheit, in der wir leben wollen.“  

Die Runde der Bundestagsabgeordneten war sich weitgehend einig und signalisierte Unterstützung. Als Expert*innen kennen und schätzen sie die Wirkungen Internationaler Jugendarbeit seit Langem. Nun wird sich zeigen, ob sie auch ihre Fraktionen überzeugen können.

In der folgenden Aufzeichnung können Sie das Fachgespräch in voller Länge nachvollziehen.