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Gemischter Fachausschuss für den Deutsch-Israelischen Jugendaustausch tagte online

Dank für Ausdauer und Zusammenarbeit der Austauschpartner in schwierigen Zeiten

In diesem Jahr ist alles anders: Erstmals seit Bestehen des Gemischten Fachausschusses für den Deutsch-Israelischen Jugendaustausch in den frühen 70er Jahren konnte die jährliche Sitzung zur Beratung der deutsch-israelischen Zusammenarbeit im Jugendaustausch nicht im Rahmen eines physischen Treffens im jährlich wechselnden Modus in Deutschland oder Israel stattfinden. Die Beratungen fanden am 02. Dezember 2020 im digitalen Raum statt.

Unter dem Vorsitz von Thomas Thomer, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, und Naftali Dery, Vorstandsmitglied der Israel Youth Exchange Authority, kamen die Vertreter*innen der im außerschulischen Jugendaustausch zwischen Deutschland und Israel vertretenen Strukturen für einen Tag digital zusammen, um aktuelle Herausforderungen und neue Entwicklungen im Jugendaustausch zu besprechen. Dabei waren der Deutsche Bundesjugendring und der israelische Verband der Jugendbewegungen ebenso involviert wie Vertreter*innen der Städte und Kommunen beider Länder, die Deutsch-Israelische Gesellschaft, die Deutsche Sportjugend und der Zusammenschluss des Israelischen Sports.

„Der Fachausschuss stellte fest, dass die Covid-19-Pandemie zu einer beispiellosen Herausforderung für die deutsch-israelische jugendpolitische Zusammenarbeit und gleichzeitig zu einem Anreiz für die Entwicklung neuer Formen und Richtungen geworden ist.“ In diesen Worten aus dem Protokoll der Sitzung findet die Reflexion der Austauscharbeit im Jahr 2020 Berücksichtigung, in dem auf vielen Ebenen die Eröffnung von Möglichkeiten zur Zusammenarbeit im digitalen Raum vorangebracht wurde. Der Fachausschuss dankte den Partnerschaften für die Beständigkeit der Zusammenarbeit im schwierigen Jahr 2020. Er wertete die weiterhin gleichbleibend hohe Zahl von rund 380 Anträgen auf Förderung für das Jahr 2021 als gutes Zeichen des nachhaltigen Interesses von jungen Menschen und Organisationen an deutsch-israelischen Begegnungen.

Auch inhaltlich beschäftigte sich der Gemischte Fachausschuss in diesem Jahr mit den besonderen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf das Leben junger Menschen: Der israelische Referent Ron Brown stellte die Herausforderung für junge Menschen dar, in vielfältiger Weise auf die digitale Kommunikation beschränkt zu sein und dabei auch belastenden Inhalten und Impulsen von Gewalt und Drogenkonsum über die Sozialen Medien ausgesetzt zu sein. Für die Mitglieder des Fachausschusses war dies Anstoß zur gegenseitigen Information aus dem Feld der Jugendforschung in beiden Ländern.

Der Fachausschuss dankte ConAct – Koordinierungszentrum Deutsch-Israelischer Jugendaustausch und der Israel Youth Exchange Authority (IYEA) für das große Engagement in der kreativen Gestaltung und Entwicklung des deutsch-israelischen Jugendaustausches im Rahmen zahlreicher Projekte, trotz aller Herausforderungen im Jahr 2020. Er würdigte zudem das neu begonnene Projekt „Sichtbar Handeln! Umgehen mit Antisemitismus in der Jugend- und Bildungsarbeit“ und befürwortete dessen Fortführung im Jahr 2021. Den vielfältigen Planungen zur Begleitung des deutsch-israelischen Jugendaustausches im Jahr 2021 stimmte der Fachausschuss zu und „ist sich einig, dass es nach Abflauen der Pandemie gemeinsamer Anstrengungen bedarf, den physischen Jugendaustausch zu reaktivieren.“ Für das Jahr 2021 stehen für den deutsch-israelischen Jugendaustausch 4,7 Mio Euro zur Verfügung.