Verbands- und Länderzentralstellentreffen und Fachforum Deutsch-Israelischer Jugendaustausch in Leipzig
Vom 14. bis 16. April 2026 trafen sich etwa 45 Vertreter*innen der Verbands- und Länderzentralstellen mit Fachkräften der Bildungs- und Begegnungsarbeit in Leipzig, um sich gemeinsam zu aktuellen Themen, Herausforderungen und Perspektiven in Deutsch-Israelischen Jugendbegegnungen auszutauschen. Erstmals wurde in diesem Jahr das bewährte Veranstaltungsformat des Zentralstellenstellentreffens mit einem Fachforum für Fachkräfte des Jugendaustauschs verbunden. Anliegen der verbundenen Veranstaltungen war es, fördertechnische und inhaltliche Fragestellungen noch enger miteinander zu verknüpfen.
Während des ersten Programmtags bot sich den Vertreter*innen der Verbands- und Länderzentralstellen die Möglichkeit, sich zu aktuellen Entwicklungen und Neuerungen im Bereich der Förderung Deutsch-Israelischer Jugendbegegnungen auszutauschen. Der Deutsch-Israelische Jugendaustausch befindet sich seit dem 7. Oktober 2023 in einer herausfordernden Situation und auch im vergangenen Jahr konnten zahlreiche Projekte nicht wie geplant stattfinden. In einer eigenen Arbeitseinheit wurde über die Möglichkeiten der Nutzung von OASE und SOWA berichtet, womit im Deutsch-Israelischen Jugendaustausch seit zwei Jahren online Anträge eingereicht und Verwendungsnachweise gestellt werden können.
Der zweite Programmtag fand gemeinsam mit Vertreter*innen der Zentralstellen und Fachkräften des Jugendaustauschs statt. Eröffnet wurde der Tag mit einer Paneldiskussion, bei der das Kibbutz Movement, die Deutsch-Israelische Gesellschaft e.V. und die Kinder- und Jugendaliya e.V. vertreten waren. Sie erörterten die größeren gesellschaftlichen Bedingungen und Entwicklungen – von Antisemitismus und Israelfeindlichkeit seit dem 7. Oktober über Sicherheitsfragen, hin zu neuen Möglichkeitsräumen – innerhalb derer der Deutsch-Israelische Jugendaustausch tätig wird. Am Nachmittag stellten Vertreter*innen vom Bund Deutscher Pfadfinder_innen, der Kinder- und JugendKulturWerkstatt JOJO Leipzig und der Gesellschaft für Sport und Jugendsozialarbeit gGmbH Berlin in paralellen Workshops gelungene Austauschprojekte des vergangenen Jahres vor. Daran schloss sich ein Open Space-Programmpunkt an, in dem die Träger ihre Herausforderungen und lokalen Lösungsstrategien einbrachten, sich vernetzten und zukünftige Kooperationen planten.
Am abschließenden Programmtag tauschten sich die Fachkräfte des Jugendaustauschs zu pädagogischen Fragestellungen und neueren methodischen Zugängen deutsch-israelischer Jugendbegegnungen aus. Eine Referentin vom Bayerischen Jugendring stellte in einem Praxisworkshop kleinformatige methodische Impulse vor, die Gruppen zu einer besseren Gesprächsatmosphäre verhelfen. PD Dr. Philipp Graf von der Universität Leipzig präsentierte drei Themenhefte aus der neuen Reihe Jüdische Alltagskultur vermitteln vom Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow in Zusammenarbeit mit dem Verband der Geschichtslehrerinnen und -lehrer Deutschlands e.V., die ein lebendiges Bild vom vielfältigen Judentum vermitteln.
Zum Abschluss stellten zwei ConAct-Mitarbeiter*innen den aktuellen Stand eines neuen digitalen Angebots vor, das Methoden zur Vorbereitung von Jugendbegegnungen ab Sommer 2026 gebündelt und aktualisiert bereitstellen wird.
Das kulturelle Begleitprogramm der Tagung bestand aus Stadtführungsangeboten durch Leipzigs Innenstadt und zur jüdischen Geschichte der Stadt sowie einem Filmabend mit der israelisch-deutschen Produktion The Cakemaker von 2017.
In der Abschlussrunde lobten die Teilnehmenden das verbundene Veranstaltungsformat von Zentralstellentreffen und Fachforum. Gerade in den aktuell herausfordernden Zeiten, biete der gemeinsame Austausch Ermutigung, neue Kontakte und Motivation zur Planung nächster Begegnungsprojekte.








