Israel nach dem 7. Oktober – Stimmen aus Jugendarbeit und Gesellschaft
Bereits wenige Tage nach den Angriffen der Hamas auf Israel lud ConAct Fachkräfte im Deutsch-Israelischen Jugendaustausch zu einer aktuellen Stunde mit Partner*innen vom Verband der Israelischen Jugendbewegungen ein. Hierbei wurden der Bedarf und das Interesse deutlich, in dieser Krisenzeit im engen Austausch miteinander und mit ConAct zu stehen und Stimmen aus Israel zu hören. Vor diesem Hintergrund finden seit Oktober 2023 regelmäßig digitale Angebote von ConAct mit Menschen aus der israelischen Jugendarbeit und Gesellschaft statt.
Am 5. März setzte ConAct die Gesprächsreihe mit Uriel Kashi fort. Der Erziehungswissenschaftler und Judaist war Mitarbeiter an der International School for Holocaust Studies in Yad Vashem/Jerusalem und arbeitet seit 2010 als freiberuflicher Reiseleiter. Uriel Kashi begleitet zudem seit 2024 als Landesbeauftragter die Freiwilligenarbeit und Begegnungsprogramme von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste in Israel.
Anlass des Gespräches war der erneute Krieg mit dem Iran, der nur wenige Tage zuvor begonnen hatte. Uriel Kashi fasste die Ereignisse seit dem gemeinsamen Angriff der USA und Israels zusammen und ordnete die unübersichtliche Lage ein. Dabei ging er auf die Interessen der beteiligten Akteure ein, skizzierte die Ziele der Kriegsparteien und analysierte ihre Taktiken. So ungewiss der Ausgang des Konflikts auch sei, so betonte er, berge die aktuelle Situation zugleich die Möglichkeit, dass sich im Nahen Osten langfristig neue – vielleicht sogar friedlichere – Perspektiven eröffnen.
Im zweiten Teil des Gespräches ging es um die Lage der israelischen Bevölkerung. Diese zeige sich trotz der andauernden Alarme weiterhin resilient. Während die Belastung sich auch in Phänomenen wie Panik-Attacken niederschlage, so sei doch eine große Solidarität festzustellen. Uriel Kashi zeigte dafür beispielhaft eine Aufnahme aus dem Bunker seines Hauses. Darauf zu sehen: Viele kostümierte Menschen, die der Raketenalarm aus ihren Purim-Feiern gerissen hatte. Die Nachbarn vertreiben sich die Zeit mit ironischen Bemerkungen und Brettspielen. Auch für Internet ist gesorgt – ein Bewohner des Erdgeschosses teilt sein W-Lan, das bis in den Bunker reicht, mit allen Nachbarn.
Zum Abschluss teilten die teilnehmenden Austauschverantwortlichen ihre Dankbarkeit für die Eindrücke und Uriels Bereitschaft, auch in Krisenzeiten kurzfristig für das Gespräch zur Verfügung zu stehen. Einmal mehr wurde deutlich, wie sehr die Botschaft unserer Initiative in den Partnerschaften des Austausches und des Freiwilligendienstes mit Leben gefüllt wird: We Are Connected!








