Geschichte

Shimon Stein, Botschafter des Staates Israel; Gerlinde Kuppe, Sozialministerin des Landes Sachsen-Anhalt; Eckhard Naumann, Oberbürgermeister der Lutherstadt Wittenberg; Bundespräsident Johannes Rau und Christine Bergmann
V. l. n. r.: Shimon Stein, Botschafter des Staates Israel; Gerlinde Kuppe, Sozialministerin des Landes Sachsen-Anhalt; Eckhard Naumann, Oberbürgermeister der Lutherstadt Wittenberg; Bundespräsident Johannes Rau und Christine Bergmann, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Foto: 2001 © ConAct
Bundespräsident Christian Wulff gemeinsam mit Roman Kent, Präsident des Internationalen Auschwitz Komitees, und Kristina Schröder, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, sowie weiteren Mitwirkenden
V. l. n. r.: Bundespräsident Christian Wulff gemeinsam mit Roman Kent, Präsident des Internationalen Auschwitz Komitees, und Kristina Schröder, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, sowie weiteren Mitwirkenden auf der Festveranstaltung im Schloss Bellevue anlässlich des 10-jährigen Bestehens von ConAct.
Foto: November 2011 © REGIERUNGonline/Steins
Bundespräsident Christian Wulff und das Team von ConAct und der Israel Youth Exchange Authority
Bundespräsident Christian Wulff (Mitte) und das Team von ConAct und dem IYEA auf der Festveranstaltung im Schloss Bellevue anlässlich des 10-jährigen Bestehens von ConAct. Foto: November 2011 © REGIERUNGonline/Steins

Bereits seit mehr als 50 Jahren gibt es Begegnungen im deutsch-israelischen Jugendaustausch. Ein dichtes Geflecht von persönlichen Verbindungen und institutionellen Kontakten trägt die vielfältigen Beziehungen zwischen Jugendorganisationen, Bildungseinrichtungen und öffentlichen Stellen in Israel und Deutschland – Kontakte, die zunächst in den westlichen Bundesländern gewachsen waren und sich seit beinah 25 Jahren auf die ostdeutschen Länder ausgeweitet haben.

Bei seinem Besuch in Israel im Frühjahr 2000 regte der damalige Bundespräsident Johannes Rau die aktive Unterstützung und nachhaltige Ausweitung der deutsch-israelischen Jugendkontakte an. Zu diesem Zweck verabredeten die deutsche Bundesjugendministerin Dr. Christine Bergmann und der israelische Erziehungsminister Yossi Sarid die Einrichtung von Koordinierungsbüros für den deutsch-israelischen Jugendaustausch in Deutschland und Israel.

Am 23. Oktober 2001 nahm ConAct in Lutherstadt Wittenberg seine Arbeit auf. Das Koordinierungszentrum auf deutscher Seite wurde in Anwesenheit des Bundespräsidenten Johannes Rau, der Bundesministerin Dr. Christine Bergmann, des israelischen Botschafters Shimon Stein, der Sozialministerin des Landes Sachsen-Anhalt Gerlinde Kuppe sowie des Oberbürgermeisters der Stadt Wittenberg Eckhard Naumann offiziell eröffnet. Seinen Sitz hatte ConAct zunächst in der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt, in dessen Trägerschaft es sich bis heute befindet. Mit seiner offiziellen Gründungsfeier zog es auf Einladung der Stadt in das Alte Rathaus am Marktplatz ein.

Auf israelischer Seite nimmt die Israel Youth Exchange Authority (IYEA) die Funktion des Koordinierungsbüros für den israelisch-deutschen Jugendaustausch wahr. Sie arbeitet heute in Nachfolge des Israel Youth Exchange Council (Öffentlicher Rat für Jugendaustausch), der bereits seit 1972/73 die jugendpolitische und Austauschzusammenarbeit mit Deutschland begleitet hat. Die IYEA hat ihren Sitz in Tel Aviv.

Folgende Aufgaben wurden den Koordinierungsbüros in der Absichtserklärung zu ihrer Errichtung mit auf den Weg gegeben:

  • die Organisationen und Institutionen des deutsch-israelischen Jugendaustausches beraten und unterstützen
  • Austauschprojekte anregen und Kontakte zwischen interessierten Organisationen und Jugendinitiativen vermitteln und vertiefen helfen
  • neue Formen und Bereiche der Zusammenarbeit und des Austausches anregen
  • Partnerbörsen und Fachtagungen zum deutsch-israelischen Jugendaustausch durchführen
  • Mitarbeiter/innen des deutsch-israelischen Jugendaustausches zur Qualifizierung der Zusammenarbeit fortbilden
  • Hilfestellung bei der Vermittlung sowie Unterstützung bei der Organisation von Seminaren für Praktika und Hospitationen in Erziehungseinrichtungen leisten
  • Empfehlungen an den Gemischten Fachausschuss für den deutsch-israelischen Jugendaustausch sowie an die zuständigen nationalen Behörden geben
  • Informations- und Arbeitsmaterialien entwickeln und veröffentlichen
  • Finanzierungsmöglichkeiten aufzeigen und vermitteln sowie sich um Sponsoren bemühen.

Informationen

Die Absichtserklärung der deutschen Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und des israelischen Ministers für Erziehungswesen über die Errichtung von Koordinierungsbüros für den deutsch-israelischen Jugendaustausch finden Sie hier.

Die Dokumentation zur Eröffnung von ConAct – Koordinierungszentrum Deutsch-Israelischer Jugendaustausch am 23. Oktober 2001 und ausgewählte Pressestimmen können Sie hier herunterladen.

ConAct und die Israel Youth Exchange Authority arbeiten seit 2001 intensiv daran, die genannten Aufgaben umzusetzen. So konnten etwa im Verlauf der letzten zehn Jahre rund 90 neue Projektpartnerschaften im Austausch begründet werden. In über 120 eigenen Fachveranstaltungen wurden im bilateralen Rahmen Netzwerkarbeit geleistet und Qualifizierungsangebote für mehr als 4.500 teilnehmende Fachkräfte aus Jugendaustausch und -hilfe bereitgestellt. Die Zahlen des Jugendaustausches konnten in den letzten zehn Jahren um etwa 40 Prozent gesteigert werden. Seit dem Jahr 2013 wurde nach erfolgreicher Öffentlichkeitsarbeit im politischen Raum das Budget für den deutsch-israelischen Jugendaustausch auf jährlich 2,2 Millionen Euro erhöht. Jährlich werden aus diesen Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend über ConAct rund 300 Austauschprojekte gefördert.

Im Jahr 2011 feierten ConAct und die Israel Youth Exchange Authority zehn Jahre erfolgreiche Zusammenarbeit zur Unterstützung und Ausweitung der deutsch-israelischen Jugendkontakte. Bundespräsident Christian Wulff lud aus diesem Anlass zu einer festlichen Veranstaltung ins Schloss Bellevue ein und würdigte die Arbeit der Koordinierungsbüros und der vielen Träger in Deutschland und Israel, die die intensive Jugendaustauscharbeit zwischen Deutschland und Israel nachhaltig und engagiert fortschreiben.