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Nachruf: Wir denken an Nava Semel

Freundin der deutsch-israelischen Jugendkontakte

Am Samstag den 02. Dezember 2017 verstarb die israelische Schriftstellerin, Journalistin, Bühnen- und Drehbuchautorin Nava Semel im Alter von 63 Jahren nach plötzlicher, schwerer Krankheit. Ihre vielfach preisgekrönten Bücher und Werke wurden in viele Sprachen übersetzt.

In ihren Werken hatte sich Nava Semel als Autorin thematisch im Spannungsfeld zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Shoah, Zionismus und Israel bewegt. Dabei wob sie immer wieder auch Erfahrungen aus ihrer eigenen Familiengeschichte ein: Sie sah sich selbst als Mitglied der zweiten Generation von Shoah-Überlebenden, lebte und schrieb im Geiste einer für alle Menschen hohen Gegenwartsbedeutung dieser Geschichte. Sie erzählte von individuellen Schicksalen und untersuchte ihre eigene Identität als Israelin in der heutigen Welt vor dem Hintergrund der Vergangenheit. Das Schreiben war Nava Semels Weg, die Vergangenheit ihrer Eltern für ihre eigene Gegenwart zu verarbeiten und Botschaften für die Gestaltung einer menschlichen Zukunft zu formulieren.

Nava Semel war eine große Freundin der gewachsenen deutsch-israelischen Verbundenheit. In vielfältigen Kontexten der deutsch-israelischen Zusammenarbeit hat sie sich kreativ, unterstützend und geistreich eingebracht. Ihre Stimme ist nicht wegzudenken aus Diskussionen, in denen es um ein demokratisches Miteinander in den vielfältigen und offenen Gesellschaften in Deutschland und Israel ging. Auf zahlreichen Veranstaltungen von ConAct war sie Ideengeberin, Beitragende und Gesprächspartnerin für junge Menschen und Multiplikator*innen der deutsch-israelischen Austausch- und Begegnungsarbeit. Die Gegenwärtigkeit ihrer zugleich fordernden und ermutigenden Stimme für ein bewusstes Miteinander wird uns begleiten und wegweisend bleiben.