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Gemeinsam Planen in Zeiten von Covid-19

Checkliste zur Kommunikation mit der Partnerorganisation

Eine gute Zusammenarbeit mit den Partner*innen und Partnerorganisationen ist die Grundlage für einen nachhaltigen und krisenfesten Austausch. Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Gesundheitskrise ist für die Zusammenarbeit im kommenden Jahr eine besonders gute, offene und sensible Kommunikation zentral. Neuere Partnerschaften müssen sich unter den erschwerten Umständen das gemeinsame Fundament für die zukünftige Arbeit erst aufbauen. Aber auch „alte“ Partnerschaften stehen vor der Aufgabe, bewährte Programme auf den Prüfstand zu stellen und  die Möglichkeit der Durchführung einer Begegnung unter den gegebenen Umständen zu überprüfen.

Bereits im ConAct-Praxishandbuch Gemeinsam planen – Begegnung leben! haben wir eine grundlegende Hilfestellung für die Planung und Kommunikation zwischen den Partnerorganisationen bereitgestellt und in einer Checkliste zusammengeführt. Angesichts der besonderen Herausforderungen, die den deutsch-israelischen Jugendaustausch voraussichtlich im kommenden Jahr begleiten werden, haben wir die Checkliste um weitere Aspekte ergänzt. Die erweiterte Liste soll Handlungsimpulse für eine zielgerichtete Kommunikation in Zeiten von Covid-19 zu geben.

  • In Kontakt bleiben

Im Jahr 2020 musste  ein großer Teil der geplanten Austauschmaßnahmen ausfallen. Nichtsdestotrotz und gerade deshalb ist es wichtig, dass der Kontakt zwischen den Partnerorganisationen aufrechterhalten bleibt und nicht in der Pause einschläft. Die aktuelle Situation ist außergewöhnlich und gerade hier ist ein enger Austausch und Kontakt hilfreich, um nah an den Partner*innen zu bleiben und dann gemeinsam mit voller Energie wieder zu starten.

  • Unterschiedliche Situationen erklären

Die Situation und die damit einhergehen Regelungen und Beschränkungen unterscheiden sich je nach Staat, Bundesland, Altersstufe der Teilnehmenden sowie zwischen schulischem und außerschulischem Bereich. Ein großer Vorteil des internationalen Jugendaustauschs ist es, dass man mit den Partner*innen in Israel Ansprechpartner*innen vor Ort hat. Diese können die Situation im eigenen Land meist am besten einschätzen und haben den Überblick über die aktuellen Verordnungen und Möglichkeiten. Gleichzeitig sollten sich die Partner*innen auf die eigene Beurteilung der Situation in Deutschland verlassen können. Hierbei gilt es ehrlich und genau abzuklären, welche Vorgaben an die Partner*innen beim Besuch in Deutschland gestellt werden müssen und welche Vorgaben bei einer Maßnahme in Israel zu bedenken sind. Gleichzeitig muss geklärt werden, welchen Vorgaben die Partner*innen unterliegen und was davon wie gewährleisten werden kann. Eine Übersicht über Informationsangebote zu den aktuellen Regelungen finden Sie auf unserer Website.

  • Laufend & flexibel das Programm überprüfen

Auch Programme, die sich in den vergangenen Jahren immer wieder bewährt haben, müssen im kommenden Jahr aufgrund der zu erwartenden Hygieneregelungen neu bedacht und gegebenenfalls angepasst werden. Dies benötigt eine beidseitige Flexibilität und Bereitschaft, die Dinge neu auszuhandeln.

  • Unterschiedliche Wahrnehmungen bewusst machen

In einer Krise wie der gegenwärtigen gilt es, sich bewusst zu machen, dass wir alle unterschiedlich mit den neuen Informationen umgehen. Dies gilt für die Beteiligten auf allen Ebenen (wie Leitung, Teilnehmende, Eltern, Verband u.a.) und unterscheidet sich womöglich nochmal durch die unterschiedlichen Situationen in beiden Ländern. Dies kann zu unterschiedlichen Erwartungen und dadurch zu Missverständnissen führen. Dem kann mit einer offenen und ehrlichen Kommunikation über individuelle Einschätzungen und gegenseitige Erwartungen aneinander entgegen gewirkt werden.

  • Ängste ernstnehmen

Mit der Covid-19-Pandemie sind viele Ängste verbunden, die es ernst zunehmen gilt und die mit den Partner*innen bei Bedarf auch thematisiert werden sollten. Dies gilt in beide Richtungen: Eigene Ängste und Befürchtungen sollten den Partner*innen gegenüber offen kommuniziert werden, genauso sollte den Partner*innen der nötige Raum gegeben werden, um etwaige Bedenken zu  äußern. Ebenso sollte in der Vorbereitungsphase den Jugendlichen und gegebenenfalls den Eltern die Möglichkeit für einen offenen Austausch gegeben werden, um so mögliche Sorgen auffangen und entkräften zu können.

  • Gespannte wirtschaftliche Situation bedenken

Die Pandemie sorgt in Deutschland und in Israel für einen erheblichen ökonomischen Schaden und es ist zu befürchten, dass sich diese Spannungen auch im Bereich der Jugendarbeit bemerkbar machen werden. Sollten hieraus finanzielle Engpässe in einer der Organisationen entstehen, sollten diese offen kommuniziert werden. Dann gilt es, gemeinsam kreativ nach möglichen Lösungen für den Jugendaustausch zu suchen. Programme der internationalen Jugendarbeit können auch dann erfolgreich und gewinnbringend sein, wenn sie etwas kleiner gestrickt ausfallen, Reiseunternehmungen im jeweils anderen Land eingeschränkt werden und die Begegnung im Mittelpunkt steht und an einem Ort stattfindet.

  • Anträge auf Förderung für 2021 stellen

Unabhängig von der heutigen Lage ist davon auszugehen, dass im kommenden Jahr Maßnahmen des Jugendaustauschs wieder möglich sein werden. Daher ist es wichtig, dass die Organisationen wie gewohnt ihre Programme gemeinsam planen und fristgerecht ihre Förderanträge stellen. Im Einzelnen und in Absprache mit den Fördergebern können die Anträge dann bei Bedarf nachjustiert werden.

  • Optimistisch denken!

Der deutsch-israelische Jugendaustausch hat bereits andere Krisen durchgestanden und wir wissen, dass auf herausfordernde Zeiten immer auch wieder die besseren folgen! Heute sind die bilateralen Kontakte in der Jugendarbeit so stabil wie noch nie und wir bekommen von den Trägern eine hohe Motivation gespiegelt, schnellstmöglich wieder loszulegen zu wollen. Gerade jetzt gilt es, optimistisch nach vorne zu blicken, sich gegenseitig zu stärken, die Zeit zu nutzen, um das Bestehende zu reflektieren und das Neue konstruktiv vorzudenken.

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