„The Spirit of Giving“ – Verantwortung als Projektthema

Jugendbegegnung zwischen der Kinder- und Jugend-Aliyah e. V. aus Frankfurt/M. mit Jugendlichen aus Marburg und dem Ayanot Youth Village

(Foto © Kinder- und Jugend-Aliyah)
(Foto © Kinder- und Jugend-Aliyah)
(Foto © Kinder- und Jugend-Aliyah)
(Foto © Kinder- und Jugend-Aliyah)

Unsere Partnerschaft mit dem Jugenddorf Ayanot in Israel besteht schon seit mehreren Jahren. Dabei steht das Filmprojekt immer unter einem thematischen Motto, das es den Jugendlichen erleichtert, sich aufeinander einzulassen, das aber auch gesellschaftliche Relevanz hat.

Projektorientierte Jugendbegegnung

Für die Hin- und Rückbegegnung können sich Jugendliche bewerben, die sich im Bereich Mediengestaltung engagieren. Dieses gemeinsame Interesse ist ein Anknüpfungspunkt für die Jugendlichen, der zusammen mit dem festgelegten Thema einen Teil der Aktivitäten prägt. Am Ende der Begegnung entstehen Kurzfilme, die die gemeinsamen Erlebnisse und Erkenntnisse zum Ausdruck bringen. Für das diesjährige Projekt wählten wir „Verantwortung“ als Thema: Es sprach die Jugendlichen besonders in der heutigen Zeit und in ihrem Prozess des Erwachsenwerdens an, unabhängig davon, ob sie in Israel oder Deutschland leben, denn es ermöglichte eine Auseinandersetzung mit den zahlreichen Facetten von Verantwortung – für sich selbst und für das persönlichen Umfeld, aber auch für unsere kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Lebensräume bis hin zu globalen Aspekten von Verantwortung.

Das Projektthema als roter Faden

Die Hinbegegnung fand in Marburg, Berlin und Frankfurt statt, die Rückbegegnung in Ayanot. Eckpfeiler der Programmgestaltung waren einerseits Aktivitäten, damit die Jugendlichen in Kontakt kommen und das jeweilige Gastland kennenlernen. Andererseits waren auch dabei stets das Projektthema „Verantwortung“ und die Auseinandersetzung damit präsent. So war beispielsweise das Gespräch mit einem Bundestagsabgeordneten Fragen von politischer und persönlicher Verantwortung gewidmet. In Ayanot erlebten die Jugendlichen neben den Zeremonien zum Holocaust-Tag auch Raketenangriffe aus dem Gaza-Streifen, was die Teilnehmenden in ganz besonderer Weise zu sammenschweiß te. Ein fachliches Highlight der Beschäftigung mit dem Medium Film war in Deutschland ein dreistündiger Workshop im Filmmuseum Frankfurt/M., in dem die Jugendlichen im Anschluss an eine Führung durch die Ausstellung des Filmmuseums mit viel Spaß die besondere Filmtechnik „Pixilation“ erlernten. Am Ende der Rückbegegnung in Ayanot setzten die Teilnehmenden während eines 48-stündigen Intensiv-Workshops die Erfahrungen, Gefühle und Erkenntnisse, die sie während des Projekts und ihrer Auseinandersetzung mit dem Thema „Verantwortung“ gemacht hatten, in Kurzfilmen um.

Beeindruckende filmische Resultate

Die Aktivitäten und Projektarbeiten fanden stets in bilateralen Arbeitsgruppen statt. Bei den Abschlussarbeiten lag alles in der Hand der jugendlichen Teilnehmer: vom Entwickeln einer Idee und eines Storyboards für ihr Thema über das tatsächliche Filmen bis hin zum Schnitt. Es entstanden Kurzfilme zu ganz persönlichen Aspekten wie der Verantwortung für eigene Entscheidungen oder eigene Beziehungen, aber auch zu gesellschaftlichen Themen wie dem „Spirit of Giving“ und der Frage, welche Verantwortung Reichtum mit sich bringt. Bei einer öffentlichen Abschlussveranstaltung führten die Gruppen ihre Kurzfilme vor und erläuterten ihre Herangehensweise an das Thema. Die Ergebnisse waren beeindruckend, aber nicht nur das: Durch die gemeinsame thematische Arbeit sind sich die Jugendlichen besonders nahe gekommen und haben, trotz bestehender Unterschiede, ein tiefes Verständnis füreinander entwickelt. Das macht eine projektorientierte Jugendbegegnung möglich.

(Pava Raibstein – Kinder- und Jugend-Aliyah e. V.)

Zwei der Abschlussfilme der Jugendlichen zum Thema „Verantwortung“