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Rechtsextremistischer Anschlag auf Jüdische Gemeinde und Menschen in Halle

Am 9. Oktober 2019 fand in Halle (Saale) ein rechtsextremer Anschlag auf eine Synagoge und Menschen in der Umgebung der Synagoge sowie einen Döner-Imbiss statt. Aus Anlass des Informations- und Vernetzungstages der Internationalen Jugendarbeit, welcher sechs Tage nach dem Anschlag in Halle stattfand, verlas ConAct-Mitarbeiterin Rebecca Görmann dort einige Gedanken, welche wir hier mit Ihnen teilen wollen:

Wir sind über den rechtsextremen Anschlag, der sich an Jom Kippur in Halle ereignet hat, erschüttert und beunruhigt. Dadurch, dass der Täter nicht in die Synagoge eindringen konnte, wurde eine noch größere Katastrophe verhindert. Dass jüdische Einrichtungen in Deutschland besonders geschützt werden müssen, ist notwendig und gleichzeitig empörend. Unsere Gedanken sind bei den Opfern und ihren Angehörigen sowie bei allen Jüdinnen und Juden, die sich durch den antisemitischen Angriff bedroht fühlen müssen. Den Verletzten wünschen wir eine schnelle Genesung ihrer körperlichen und seelischen Verletzungen.

Wir beobachten einen Anstieg von Antisemitismus und Rassismus in Deutschland; ebenso sinkt die Hemmschwelle für rechtsextreme Taten. Rassistische und antisemitische Hetze, die auch durch rechtspopulistische Bewegungen verbreitet wird, bildet den Nährboden für Gewalt und Terror. Auch wenn der Täter die Tat allein ausgeführt haben sollte, greift er dennoch auf ein rassistisches Netzwerk und dessen Schriften und Denkmuster zurück. Der Anschlag ist ein Angriff auf unser demokratisches Miteinander, das Menschen Freiheit, Würde und Teilhabe unabhängig von ihrer Religion, ihrer Herkunft, Hautfarbe oder Einstellung sichern muss.

Wir nehmen den Kampf gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und Rassismus ernst. Wir alle sind gefordert, einzugreifen und zu widersprechen, wenn Menschen bedroht, ausgegrenzt und beleidigt werden. Wir arbeiten in unseren Organisationen der Europäischen und Internationalen Jugendarbeit dafür, dass der Internationale Jugendaustausch ein Raum sein kann, der zu einer positiven Veränderung des gesellschaftlichen Klimas beitragen kann – dafür, dass wir miteinander „weltoffen leben“ können.