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Gemischter Fachausschuss für den Deutsch-Israelischen Jugendaustausch tagte in Ramat Gan

370 Programme für den Jugendaustausch zur Förderung vorgeschlagen für 2019

Der Deutsch-Israelische Jugendaustausch ist mit rund 280 realisierten Projekten im Jahr 2018 in hohem Maße aktiv und präsent – dies stellte der gemischte Fachausschuss für den deutsch-israelischen Jugendaustausch auf seiner jährlichen Sitzung fest, die vom 11. bis 14. Dezember 2018 in Ramat Gan, Israel stattfand. Der Fachausschuss dankte ConAct und der Israel Youth Exchange Authority (IYEA) für das große Engagement bei der Gestaltung und Entwicklung des deutsch-israelischen Jugendaustausches im zu Ende gehenden Jahr 2018.

Wie immer kamen die Vertreter*innen der im außerschulischen Jugendaustausch zwischen Deutschland und Israel vertretenen Strukturen für drei Tage zusammen, um aktuelle Herausforderungen und neue Entwicklungen im Jugendaustausch zu besprechen. Dabei waren der Deutsche Bundesjugendring und der israelische Verband der Jugendbewegungen ebenso involviert wie Vertreter*innen der Städte und Kommunen beider Länder, die Deutsch-Israelische Gesellschaft, die Deutsche Sportjugend und der Zusammenschluss des Israelischen Sports vertreten durch den Verband Maccabi.

Inhaltlich gab es fachliche Beiträge und Diskussionen zur Identität junger Menschen in der kulturell und religiös von Vielfalt geprägten israelischen Gesellschaft. Eine Vertreterin des Mandel Leadership Institutes stellte neue Ideen für eine Gemeinsame Israelische Zugehörigkeit („Joint Israeliness“) vor, die vor allem durch junge Menschen und ihr zivilgesellschaftliches Engagement als Verantwortliche und Gruppenleiter*innen zu gestalten sei. Diese Diskussion stand im Zeichen des weiterhin aktuellen Themenschwerpunkts der jugendpolitischen Zusammenarbeit beider Länder und das gleichnamige, mehrjährige Projekt – Living Diversity in Germany and Israel – Challenges  and Perspectives for Education and Youth Exchange: Seit mehr als drei Jahren arbeitet ein bilaterales Team von ConAct und IYEA am fachlichen Austausch zwischen deutschen und israelischen Jugendorganisationen und Bildungsträgern zu Herausforderungen der diversitätsbewussten Bildungsarbeit in Deutschland und Israel. Im Jahr 2018 wurde eine weitere inhaltliche Fokussierung vorgenommen: die Begegnung junger Menschen aus den Migrationsgesellschaften in Deutschland und Israel. Sechs Pilotprojekte werden dabei in 2018 und 2019 durchgeführt, in denen unter dem Titel „Your Story Moves!“ junge Multiplikator*innen der Bildungsarbeit aus beiden Ländern in Deutschland und Israel zusammentreffen. Der Fachausschuss würdigte die wichtigen Ergebnisse – gerade vor dem Hintergrund der Zunahme menschenfeindlicher Äußerungen und Aktionen in den Gesellschaften weltweit, sei es wichtig, nicht darin nachzulassen, aktiv gegen Ausgrenzung, Rassismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit sowie Antisemitismus einzutreten und für Demokratie und das zivilgesellschaftliche Miteinander zu wirken. Das Projekt „Living Diversity in Germany and Israel“ leiste hierzu einen wichtigen und sichtbaren Beitrag.

Der Fachausschuss würdigte zudem die bilaterale Erarbeitung des zweibändigen Praxishandbuches für den Deutsch-Israelischen Jugendaustausch mit dem Titel „Gemeinsam planen – Begegnung leben!“. Beide Bände stellen zentrale Handreichungen zur Planung und Durchführung von Jugend- und Fachkräftebegegnungen im deutsch-israelischen Jugendaustausch dar und sind allen Trägern zur Nutzung für eine gut gelingende Austauscharbeit empfohlen.

Der Fachausschuss würdigte darüber hinaus die bleibend hohe Anzahl beantragter Begegnungsprogramme für das Jahr 2019. Er empfahl, unter Berücksichtigung der qualitativen Anforderungen an bilaterale Deutsch-Israelische Austauschprogramme, rund 350 Programme für den Jugendaustausch 2019 in die Förderung aufzunehmen. Er dankte den Trägern auf beiden Seiten für ihr großes Engagement im deutsch-israelischen Jugendaustausch. Dieses Engagement und die Kontinuität in der Zusammenarbeit seien ein deutliches Zeichen des anhaltenden Interesses junger Menschen  aus beiden Ländern an Begegnungen und Austausch.

Der Fachausschuss kam auch auf ein wichtiges Ergebnis der Deutsch-Israelischen Regierungskonsultationen 2018 zu sprechen: Dort wurde vereinbart, ein Deutsch-Israelisches Jugendwerk zu gründen. Der Fachausschuss begrüßte diese Vereinbarung und stuft sie als einen historischen Schritt für die deutsch-Israelischen Beziehungen ein. Er sieht darin eine Anerkennung der bisherigen Leitungen im deutsch-israelischen Jugendaustausch und seiner begleitenden Einrichtungen ConAct und IYEA und spricht sich dafür aus, die bestehenden Strukturen dieser beiden Koordinierungsbüros zu einem Jugendwerk auszubauen.