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Deutsch-Israelischer Austausch schreibt Geschichten

Literaturworkshop bringt die Gewinner*innen des Geschichtenwettbewerbs „Wir vergessen nicht, wir gehen tanzen“ zusammen.

Vom 22. bis 25. Juni fand in Berlin die diesjährige Preisrunde von „Wir vergessen nicht, wir gehen tanzen“ ihren Abschluss: Die acht Autor*innen der Gewinnergeschichten des Wettbewerbs aus Deutschland und Israel – alle mit Erfahrungen in deutsch-israelischen Austauschprogrammen – kamen zu einem Literaturworkshop zusammen, um sich zu begegnen, ihren Beiträgen den letzten Schliff zu geben und mehr über die Vielfalt deutsch-israelischer Austauschprogramme zu erfahren. Ausgewählt worden waren die Gewinner*innen von einer vierköpfigen deutsch-israelischen Jury bestehend aus namhaften Autor*innen.

Nach einem ausgiebigen Austausch über die eigene deutsch-israelische Austauscherfahrung standen die ersten Tage des Workshops ganz im Zeichen des vielsagenden Projektslogans und seiner Bedeutung für die jungen Autor*innen: Zunächst tauchten sie in die Geschichte der deutsch-israelischen Jugendbeziehungen ein und erarbeiteten im Rahmen eines Workshops wegweisende Ereignisse für den (Jugend-)Austausch zwischen beiden Ländern. Danach ging es mit dem Projekt „past[at]present“ aufs Tempelhofer Feld, um dort die vielschichtige Geschichte Berlins am Beispiel eines besonderen Ortes zu erkunden: Im Rahmen einer Geocaching-Tour erfuhren die Teilnehmenden Spannendes über die Rolle des Feldes als Flughafen während der Luftbrücke, als Konzentrationslager und Ort von Zwangsarbeit während des Zweiten Weltkriegs sowie als heutzutage erste Heimstätte für viele Geflüchtete, die in der Notunterkunft auf dem Feld leben.

Am nächsten Tag standen die Texte der jungen Autor*innen im Vordergrund: Die Gruppe traf auf die vier namhaften Jury-Autor*innen Norbert Kron, Liat Elkayam, Amichai Shalev und Katharina Hacker. Jede*r stellte die eigene Geschichte vor; bei einem lebhaften Austausch über die Erfahrungen im jeweils anderen Land, welche die Geschichten inspiriert hatten teilten alle ihre bewegenden Erlebnisse miteinander. Im Anschluss hatten die jungen Autor*innen die Chance, jeweils zu zweit mit einer*m der Jurymitglieder intensiv an ihren Texten zu feilen, kleinere Verbesserungen vorzunehmen und das deutsch-israelische Herz ihrer Geschichten noch stärker herauszuarbeiten.

Abschluss und gleichzeitig Höhepunkt des Workshops war ein festlicher Abend in der Kalkscheune in Berlin, zu dem 140 Gäste sowie Bundesjungendministerin Dr. Franziska Giffey und der israelische Botschafter Jeremy Issacharoff kamen. Die jungen Gewinner*innen lasen auf der Bühne aus ihren Geschichten und präsentierten sie dem Publikum. In spannenden Gesprächsrunden mit den vier Jury-Autor*innen wurde deutlich, dass hinter jeder dieser Geschichten auch eine ganz besondere deutsch-israelische Erfahrung steckte.

Wir bedanken uns bei unseren acht Gewinner*innen, aber auch bei allen anderen, die ihre Erfahrungen mit uns geteilt und bewegende Geschichten für das Projekt „Wir vergessen nicht, wir gehen tanzen“ eingereicht haben. Wir freuen uns, dass das Projekt weitergeht – und sind schon gespannt auf die nächsten deutsch-israelischen Geschichten!


Im Geschichtenwettbewerb „Wir vergessen nicht, wir gehen tanzen. Deutsch-Israelischer Austausch schreibt Geschichten“ waren und sind junge Menschen aus Deutschland und Israel seit Sommer 2017 eingeladen, ihre ganz persönlichen Begegnungen und Erlebnisse im jeweils anderen Land in Form von Reportagen oder auf fiktionale Weise in kurzen Geschichten aufzuschreiben. Alle Wettbewerbsbeiträge finden sich in einer Onlinebibliothek unter www.dont-forget-dance.org zweisprachig auf Deutsch und Hebräisch. Neue Geschichten sind jederzeit willkommen!