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55 Jahre Diplomatische Beziehungen Deutschland Israel – 65 Jahre Deutsch-Israelischer Jugendaustausch

Am 12. Mai 1965 haben Israel und Deutschland diplomatische Beziehungen aufgenommen – und ConAct gratuliert herzlich zu diesem bedeutenden Jubiläum!

(Foto © ConAct/Ruthe Zuntz)

In den vergangenen 55 Jahren sind die Beziehungen zwischen beiden Ländern eng und vielfältig – in Gesellschaft, Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur sind beide Länder eng miteinander verbunden. Ein wichtiger Pfeiler der Beziehungen sind von jeher die Kontakte und Verbindungen in vielfältigen Formaten des Jugendaustausches.

Schon vor Aufnahme der diplomatischen Beziehungen waren erste junge Deutsche nach Israel gereist, um Brücken in die Zukunft zu bauen. Wo Ausgrenzung, Verfolgung und Ermordung von Juden in Europa durch deutsche Nationalsozialist*innen tiefe Gräben hinterlassen haben, bedeuteten die vorsichtigen Begegnungen junger Menschen erste neue Verbindungen. Über 65 Jahre hat der Jugendaustausch mit zahlreichen Programmen einen kontinuierlichen Rahmen geschaffen, um junge Menschen aus beiden Ländern zusammenzubringen, wirkliche Begegnung zu ermöglichen und bleibende Beziehungen zwischen Menschen und Organisationen aufzubauen.

Bereits ab Mitte der 1950er Jahre entstanden in der Begegnung junger Menschen aus beiden Ländern erste Annäherungen. Seither wachsen die Jugendkontakte auf einem dichten Geflecht von Jugendbegegnungen, Fachkräfteprogrammen der Jugendarbeit, Freiwilligendiensten und multilateralen Begegnungsprogrammen in Deutschland und Israel. Beteiligte Akteure im außerschulischen Jugendaustausch sind die großen Jugendverbände wie Sportjugend, evangelische und katholische Jugend, Verbände von Pfadfinder*innen, Jugendverbände der Gewerkschaften, Jugendorganisationen der Parteien und der Deutsche Bundesjugendring, aber auch kleine Initiativen, Bildungsstätten, Friedensdienste und zahlreiche kommunale Träger. Zu dieser kaum überschaubaren Vielfalt involvierter Organisationen kommen Schulen und Austauschprogramme im Rahmen von Städtepartnerschaften hinzu. Zwischen beiden Ländern werden heute im Rahmen dieser Programme jährlich rund 10.000 Jugendliche „bewegt“, um das jeweils andere Land, seine Geschichte und Gegenwart, seine Menschen und Kultur kennenzulernen. Über die Jahre nahmen mehr als 600.000 Menschen beider Länder an diesen Austauschprogrammen teil und der multiplikative Effekt des Weiterzählens der dabei persönlich gemachten Erfahrungen ist eine zentrale Quelle der deutsch-israelischen Verständigung.

Im Oktober 2018 hat die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Dr. Franziska Giffey mit dem Israelischen Erziehungsminister die Gründung eines Deutsch-Israelischen Jugendwerks verabredet. Noch enger, noch zahlreicher und noch tiefgründiger sollen die Beziehungen zwischen jungen Menschen aus beiden Ländern werden: „Wir haben uns auf die Gründung eines Deutsch-Israelischen Jugendwerkes verständigt, weil wir überzeugt sind, dass die Geschichte auch Auftrag für die Zukunft ist. Mehr als ein halbes Jahrhundert nach dem Holocaust wollen wir die Grundlage dafür schaffen, Wissen von Generation zu Generation weiterzugeben. Es ist wichtig, dass junge Menschen in Deutschland und in Israel ein gemeinsames, realistisches Bild über die Vergangenheit und die Gegenwart entwickeln. Nur so wird es möglich sein, gemeinsam die Zukunft zu gestalten“ (Pressemitteilung des BMFSFJ vom 04. Oktober 2018).

Der deutsch-israelische Jugendaustausch ist ein Erfolgsmodell. Zahlen, Fakten und Projektdokumentationen belegen immer wieder die spezifische Wirkungskraft der Erfahrungen, die deutsche und israelische Jugendliche im Rahmen dieser Begegnungsprogramme machen: Sich einlassen auf die unterschiedlichen Lebensbedingen zwischen „Nahöstlichem Krieg“ und „Europäischem Frieden“, die Perspektive wechseln bezüglich der unterschiedlichen Lektionen aus der Geschichte zwischen dem israelischen „Nie wieder Opfer“ und dem deutschen „Nie wieder Krieg“, Diskussionen führen um die Notwendigkeit von Militärdienst und Verteidigung, sich gegenseitig befragen zum Aufwachsen mit unterschiedlichen Religionen, aber auch das Entdecken der vielen Gemeinsamkeiten in Alltagskultur, Medien, Mode und Musik. Auch 65 Jahre nach den Anfängen haben diese markanten Inhalte deutsch-israelischer Begegnungen nicht an Reiz und Wirkungskraft verloren. Denn jede Generation, jeder Jahrgang von Jugendlichen muss aufs Neue die Chance zur Teilhabe erhalten und darauf, diese spezifischen und prägenden Begegnungen neu zu erfahren.

ConAct und Israel Youth Exchange Authority (IYEA) – Tauchen Sie ein in die Geschichte des Jugendaustauschs!

Auf diesen Jubiläumsseiten informieren wir Sie über die verschiedenen Dokumentationen und Medien von ConAct und der IYEA, in denen Sie 65 Jahre deutsch-israelischer Jugendaustausch nachverfolgen  können. Haben Sie Fragen zu einzelnen Projekten? Bitte kontaktieren Sie uns!

Website:
„Exchange Visions – 65 Years German-Israeli Youth Exchange“

Blick zurück, Blick nach vorn – Projekte aus 65 Jahren deutsch-israelischer Jugendaustauscharbeit werden auf der Website Exchange-Visions.de vorgestellt. Träger, Fachkräfte und Teilnehmende von Jugendaustauschprogrammen sind eingeladen, ihre Eindrücke, Erfahrungen, Bilder und Berichte einzustellen. Auf Deutsch und Hebräisch stellt die Website Exchange Visions eine lebendige Sammlung deutsch-israelischer Austauscharbeit über Jahrzehnte dar – ein Fundus an Partnern, Themen, Ideen und Erfahrungen. Ist Ihr Projekt schon dabei?

Erfahren Sie hier mehr über die Schaustelle des deutsch-israelischen Jugendaustausches und sammeln Sie Ideen für zukünftige Projekte.

Broschüre:
„50 Jahre diplomatische Beziehungen Deutschland – Israel | 60 Jahre deutsch-israelischer Jugendaustausch. Geschichte(n) – Einblicke – Informationen“

Die deutsch-hebräische Broschüre aus dem Jubiläumsjahr 2015 ist bleibend aktuell und führt kurzweilig und informativ in die Geschichte und Gegenwart des deutsch-israelischen Austausches ein. Den wichtigen historischen Stationen der politischen Entwicklung der Jugendkontakte sind viele Fotografien angefügt. Übersichtliche Schaubilder und Grafiken versammeln Daten und Zahlen und geben somit Aufschluss über die Veränderungen und Strukturen der vergangenen Jahrzehnte im deutsch-israelischen Jugend- und Fachkräfteaustausch. Inhaltliche Texte bieten Einblicke in aktuelle Themen der Austauscharbeit und in Veranstaltungsangebote zur Intensivierung der bilateralen Zusammenarbeit.

Mehr Informationen zum Inhalt der Broschüre, über die Bestellmöglichkeiten bei ConAct sowie einen kostenlosen Download finden Sie hier.

Fachbuch:
„MOVING MOMENTS CONNECTING FOR LIFE. Deutsch-israelischer Jugendaustausch in Forschung und Praxis“

In dem reich bebilderten Fachbuch reflektieren Akteur*innen und Wissenschaftler*innen Erfahrungen bei deutsch-israelischen Begegnungsprogrammen in den letzten 65 Jahren und stellen ihre Schlussfolgerungen vor. Neben der Frage, wie der Jugendaustausch die politischen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel mitgestaltet hat, stehen auch der Wandel von Erwartungen, Zielen und Konzepten sowie die Zukunftsvisionen für die deutsch-israelischen Jugendkontakte im Mittelpunkt. Die Beiträge im Buch sind vollständig zweisprachig auf Deutsch und Hebräisch veröffentlich.

Hier erfahren Sie mehr über den Inhalt des Buches und die Bestellmöglichkeiten bei ConAct. Weiterhin finden Sie einen kostenlosen Download des Buches.

Spotlight-Film:
„60 Years of German-Israeli Youth Exchange”

Im Jahr 2015 trafen sich 22 junge Menschen aus Deutschland und Israel bei der Jugendbegegnung „Spotlight on … 50 Years Germany and Israel“. Innerhalb von zwei Wochen schufen sie in bilateralen Kleingruppen fünf Kurzfilme, die die deutsch-israelischen Beziehungen aus der Perspektive der jungen Teilnehmenden porträtieren – vom Konzept über die filmische Umsetzung bis zum Schnitt.

Einer dieser Filme untersucht die Entwicklungsgeschichte der deutsch-israelischen Jugendbeziehungen und diskutiert, welche Rolle der Jugendaustausch innerhalb des Beziehungsgeflechts heute einnimmt. Dafür nutzen die jungen Filmemacher*innen historische Dokumente, interviewen ehemalige Austauschteilnehmende sowie erfahrene Fachkräfte. Sie fragen nach Motivation und Wirkung des Austauschs und zeigen auf, welche Bedeutung der Austausch für das Leben der einzelnen Teilnehmenden sowie für die deutsch-israelischen Beziehungen als Ganzes hat. Eine Handreichung zu den Filmen mit Leitfragen und Methoden zu pädagogischen Nutzung der Filme ist hier erhältlich.