Veranstaltungsarchiv

Zweites Treffen des Beratungsgremiums im Projekt „Living Diversity in Germany and Israel”

Mitglieder des bilateralen Beratungsgremiums treffen sich in Berlin wieder

Nach dem bilateralen Fachkräfteprogramm im August 2016 in Berlin und einer ertragreichen Konferenz im November in Lutherstadt Wittenberg trafen sich die Mitglieder des Beratungsgremiums im Projekt „Living Diversity – Challenges and Perspectives for Education and Youth Exchange” ein zweites Mal, um über die bisherige Entwicklung des Projekts zu reflektieren und neue Handlungsmöglichkeiten für das kommende Jahr zu diskutieren.

Beginnend mit einer gründlichen Rückschau auf die Konferenz werteten die Mitglieder des Gremiums die Höhepunkte des Programms aus und diskutierten diejenigen Elemente, die weiterentwickelt werden müssen. Sie stimmten darin überein, dass es notwendig ist, die Bedeutung der Zusammenarbeit zu Themen von Identität und Diversität weiter hervorzuheben – nicht nur in jungen Gruppen zwischen beiden Ländern, sondern auch innerhalb vermeintlich homogener ethnischer Gruppen. „Die Distanz zwischen Deutschland und Israel ist kürzer als die Entfernung zwischen Nord- und Süd-Tel-Aviv“, wie Ron Zohar von den israelischen Pfadfinder*innen (Hazofim) betonte. Die Begegnungen junger Menschen während eines Jugendaustauschs seien eine direkte Möglichkeit, nicht nur mit Jugendlichen aus dem anderen Land zu interagieren, sondern auch über die eigene Identität, Narrative und Überzeugungen innerhalb der jeweiligen ethnischen, religiösen oder kulturellen Gruppe nachzudenken. Zusätzlich bezog sich Doron Kiesel, Direktor der Bildungsabteilung des Zentralrats der Juden in Deutschland, auf ähnliche Erfahrungen mit Gruppen junger Deutscher, die Israel besuchen: „Das Ziel der deutsch-israelischen Beziehungen ist es nicht, die israelischen oder deutschen Probleme zu lösen. Nichtsdestotrotz ermöglichen die Begegnungen zwischen den zwei Hauptgruppen weitere Begegnungen zwischen den verschiedenen Fraktionen innerhalb jeder Gesellschaft.“

Ein weiterer Aspekt, der in diesem Treffen diskutiert wurde, waren Strategien, um die Teilnahme von Gruppen beider Gesellschaften zu ermöglichen, die in der Konferenz als unterrepräsentiert angesehen wurden. Dies betraf zum Beispiel Menschen mit Behinderungen oder besonderen Bedürfnissen sowie Menschen mit unterschiedlichen politischen oder ideologischen Standpunkten.

Abschließend war der letzte Teil des Treffens dem Austausch von Expert*innenwissen und von Vorschlägen gewidmet, wie die Netzwerkarbeit zwischen den im Projekt teilnehmenden deutschen und israelischen Organisationen verbessert werden kann. Dabei war es auch Thema, wie die langfristige Zusammenarbeit und die Ausweitung der Themen in der breiten und reichhaltigen Landschaft von Jugendprojekten, Organisationen und Initiativen zwischen beiden Ländern gefördert werden kann.