Veranstaltungsarchiv

Workshop auf dem Konfi-Camp in Wittenberg

Konfirmand*innen lernen von israelischem ConAct-Freiwilligen über das Judentum

Anlässlich des Reformationsjubiläums fanden in Wittenberg den ganzen Sommer über Konfirmand*innenfreizeiten statt. Während der Organisation des Ganzen stand schnell fest: Der ConAct-Freiwillige Avner Inbar aus Israel möchte sich am Programm des Konficamps beteiligen. Und so entstand die Idee zu einem Workshop zum Thema Judentum.

Wöchentlich fuhr Avner auf das Gelände des Konfi-Camps, um dort mit je 10-20 Jugendlichen über das Judentum zu sprechen, sie spielerisch an das Thema heranzuführen und ihnen Antworten auf alle aufkommenden Fragen zu ermöglichen. Begleitet wurde er dabei auch von der Redaktion von kirchenfernsehen.de. Die Reporter*innen interviewten Avner zu seiner Motivation, als Freiwilliger aus Israel zu ConAct nach Wittenberg zu kommen, und nahmen natürlich auch an seinem Workshop teil. Dies fand in einem langen Artikel und einem Film Niederschlag.

Hier finden Sie den Film über Avners Workshop auf YouTube.


Avner schreibt hier auch selbst ein paar Worte zu seinem Workshop:

„In meinem Workshop, den ich über mehrere Monate konzipiert und ausprobiert habe, geht es um jüdische Geschichte und um jüdische Tradition, aber auch darum, etwas über Israel und über die Beziehung zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu erfahren. Mein Ziel war es, dass die Jugendlichen nach dem Workshop ein besseres Bild vom heutigen jüdischen Alltag gewinnen und dass sie die Verbindung zwischen dem Staat Israel beziehungsweise den moderne jüdischen Ideen und den biblischen Ereignisse erkennen.

Im Verlauf des Workshops lernten die Teilnehmenden den Unterschied zwischen der christlichen Bibel und der jüdischen Bibel kennen. In Kleingruppe beschäftigten sie sich mit je einem biblischen Ereignis und mussten aus verschiedenen Karten diejenigen zusammenstellen, die ihr Ereignis beschreiben. Die Ereignisse waren durch zitierte Sätze, klassische Gemälde, eine Jahreszahl und einen Ortsname beschrieben.

Natürlich gab es auch auflockernde Elemente: So hörte wir gemeinsam das Lied „Go down Moses“ mit der Liedzeile: „Let my people go“. Dies ist ein Satz, den Moses zum Pharao sagt. Er steht für den Auszug aus Ägypten und für eine bestimmte Vorstellung von Freiheit. Natürlich lernten wir danach das Pessach-Fest kennen und haben zusammen Matze – ungesäuertes Brot – gegessen, das traditionell mit diesem Fest verknüpft ist. Und auch sonst wurden spannende Fragen bearbeitet: Warum tragen Juden häufig einen Davidstern? Warum steht in Rom eine Menorah? Wie erkenne ich in Deutschland koschere Lebensmittel, und kann mir das muslimische Label „halal“ dabei helfen? Und was hat eigentlich der Empfang der Zehn Gebote mit einer Dating-Website in den USA zu tun?

Es waren tolle Tage mit den Konfirmand*innen und ich freue mich sehr, dass ich ihnen ein Stück von meiner Kultur weitergeben konnte.“