Veranstaltungsarchiv

Stolperstein-Tour – Ein Lauf durch die jüdische Geschichte der Lutherstadt Wittenberg

Stolpersteine – ein Projekt, das der Berliner Künstler Gunter Demnig in den 1990er Jahren ins Leben rief, um den im Nationalsozialismus verfolgten Menschen zu gedenken. Zu finden sind sie in ganz Deutschland und sogar darüber hinaus.

Jüdisches Leben in Wittenberg – eine spannende Thematik, die sich vor allem im Zusammenhang mit Luther, dem Aushängeschild der Stadt, kontrovers gestaltet. Beide Themen fanden Eingang in unsere Stolperstein-Tour durch Wittenberg am 2. Juli 2013.

Auf Spurensuche in der Stadtgeschichte… So titelte die Mitteldeutsche Zeitung am 3. Juli im Lokalteil für Wittenberg und berichtete über den gelungenen Projekttag, der gemeinsam mit elf Jugendlichen aus Wittenberg und Umgebung gestaltet wurde; sie sind Mitglieder in ihrer Schul-AG „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.

Der Tag wurde als eigenverantwortliches Projekt im Rahmen meines Freiwilligendienstes bei ConAct gemeinsam mit Tanja Böhmer, Praktikantin bei der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt, konzipiert, erarbeitet und umgesetzt.

Hauptteil war eine Art Schnitzeljagd, bei der die Teilnehmer/innen mehr über einige Schicksale erfuhren, die hinter den Stolpersteinen in Wittenberg stecken. Angefangen hatte der Tag mit einer Einführungsrunde im Tagungsraum von ConAct, in der die jüdische Geschichte in der Stadt seit dem Mittelalter beleuchtet und einige Begrifflichkeiten und Ereignisse zum Thema Holocaust erläutert wurden. In der Abschlussrunde wurde dann eine Übersicht über Entwicklungen im nationalsozialistischen Deutschland in der Parallele zu den lokalen Ereignissen in Wittenberg und zu den Schicksalen der Wittenberger Juden gegeben.
Am Ende des Tages gab es einen positiven Beschluss: Die AG erklärte sich bereit, eine Patenschaft für die derzeit 23 Stolpersteine in der Stadt zu übernehmen. Feierlich wurde das symbolische Zertifikat unterzeichnet und überreicht.

Man kann also von einem gelungenen Projekttag mit absolut positivem Feedback zu Organisation und Inhalt sprechen; alle Teilnehmer/innen waren begeistert. Die Gruppe überlegt sogar, die Materialien noch einmal zu nutzen und daraus einen weiteren Projekttag  für ihre Mitschüler/innen im November zu gestalten. Außerdem bleibt die Material-Sammlung bei ConAct und in der Evangelischen Akademie bestehen; angedacht ist zudem, auch der Touristen-Information der Stadt die Zusammenstellung zu übergeben.

Mein freiwilliges Jahr fand in dieser Veranstaltung seinen krönenden Abschluss. Die Zeit bei ConAct ist für mich schon wieder vorbei. Ich blicke auf ein ereignisreiches und interessantes Jahr zurück und kann sagen, dass es mir viele neue Erkenntnisse und Eindrücke gebracht hat.

Wenn Sie noch Fragen zu dem Projekt haben oder Interesse an den Informationsmaterialien, können Sie sich gern an ConAct wenden.

Den Presseartikel finden Sie hier.

von Johanna Kietzmann (Freiwillige bei ConAct)