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„Soziale Kompetenzen sind genauso wichtig wie Mathe und Chemie“ - 7. Parlamentarischer Abend der Internationalen Jugendarbeit

Welche Kompetenzen vermittelt die Europäische und Internationale Jugendarbeit als Teil der non-formalen Bildung jungen Menschen? Wie können die internationalen Erfahrungen zur Persönlichkeitsentwicklung der Jugendlichen und zur beruflichen Orientierung und Bildung beitragen?

Diese und weitere Aspekte wurden am Donnerstag, den 5. November 2015, beim 7. Parlamentarischen Abend der Internationalen Jugendarbeit thematisiert. Rund 170 Gäste von Jugendverbänden und Institutionen der nationalen und internationalen Jugendarbeit diskutierten in der Landesvertretung Saarland mit 16 Abgeordneten aus Bundestag und Europaparlament.

„Grenzen überschreiten ist eine Chance“

„Grenzen überschreiten: Was leistet internationale Jugendarbeit für junge Menschen in Übergangsphasen?“ lautete dieses Mal das Thema, zu dem ConAct – Koordinierungszentrum deutsch-israelischer Jugendaustausch, Deutsch-Französisches Jugendwerk (DFJW), Deutsch-Polnisches Jugendwerk (DPJW), IJAB – Fachstelle für internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland, JUGEND für Europa – Nationale Agentur Erasmus+, Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch (DRJA) und Tandem – Koordinierungszentrum deutsch-tschechischer Jugendaustausch in die Landesvertretung Saarland eingeladen hatten. 

„Grenzen zu überschreiten, ist eine Chance“, sagte die Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Caren Marks, in ihrer Rede. „Internationale Jugendarbeit vermittelt Kompetenzen, stiftet Begegnungen und stärkt Persönlichkeiten“, unterstrich sie die Bedeutung der Fach- und Förderstellen für internationale Jugendarbeit. Von vielen Seiten werde gefordert, die sozialen Kompetenzen  neben der Fachkompetenz stärker zu fördern. „Das ist genauso wichtig wie Mathe, Bio und Chemie, denn beides zusammen macht den Menschen aus“, betonte Marks. 

Diskussion in vier Foren

In vier Foren diskutierten Gastgeber und Gäste mit den Abgeordneten über Erfordernisse und Rahmenbedingungen für ein wirkungsvolles Arbeiten der Einrichtungen. Es ging darum, wie internationale Austauscherfahrung auf die Persönlichkeitsbildung junger Menschen wirkt, welche Kompetenzen sie entwickeln und wie sich ihr Horizont erweitert. Auch die Frage, wie bislang unterrepräsentierte Zielgruppen für internationalen Austausch gewonnen werden können, war Thema. Weiterhin wurde debattiert, dass der Wert beruflicher Austauschprogramme und Auslandspraktika nicht auf die Arbeitsmarkttauglichkeit Jugendlicher reduziert werden darf.

„In Übergangsphasen wachsen“

„In Übergangsphasen wachsen: Internationale Erfahrungen öffnen Horizonte und schaffen Kompetenzen“ lautete der Titel des von ConAct betreuten Forums. Welche Auswirkungen hat die Teilnahme an Jugendaustauschprogrammen und Freiwilligendiensten auf die Biografien und die demokratische Bewusstseinsbildung junger Menschen? Was brauchen wir, um die Lernerfahrungen in der Internationalen Jugendarbeit zu intensivieren und sie vielen jungen Menschen in Übergangsphasen zugänglich zu machen? Diese und andere Fragen wurden im Rahmen des Forums diskutiert. Dr. Dagmar Pruin, Geschäftsführerin der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V. (ASF), eröffnete die Runde mit einem Impulsreferat zu den Kompetenzen, die junge Menschen in kurz- und langfristigen Austauschprogrammen erwerben. Mit ihr auf dem Podium diskutierten die Bundestagsabgeordneten Ursula Groden-Kranich (CDU/CSU) und Dr. Rosemarie Hein (Die Linke), die Abgeordnete des Berliner Abgeordnetenhauses Clara Herrmann (Bündnis 90/Die Grünen) und der Europaabgeordnete Arne Lietz (SPD).

Seit 2006 veranstalten die Fach- und Förderstellen für Internationale und Europäische Jugendarbeit regelmäßig gemeinsame Parlamentarische Abende und laden Abgeordnete zum Parlamentarischen Frühstück ein.