Veranstaltungsarchiv

Persönliche Begegnungen: Fortbildung für Begegnungsleiter/innen aus Deutschland und Israel

Wittenberg. Rund 25 Multiplikator_innen aus Deutschland und Israel in der deutsch-israelischen Bildungs- und Begegnungsarbeit kamen vom 2. bis 8. September 2012 für den zweiten Teil der Fortbildungsreihe „Projekte leiten – Begegnungen begleiten“ in der Bildungsstätte "Kurt Löwenstein" in Werftpfuhl bei Berlin zusammen.  

Ein wesentlicher konzeptueller Bestandteil des Seminars war der Begegnungsprozess der Teilnehmer_innen selbst. Dieser wurde im Verlaufe der Fortbildung immer wieder reflektiert und von einer Metaperspektive aus Sicht von (zukünftigen) Begegnungsleiter_innen im deutsch-israelischen Jugendaustausch analysiert.  

Die Fortbildung brachte ehren- und hauptamtlich Engagierte im Austausch zwischen Deutschland und Israel zusammen, die über ganz unterschiedliche Erfahrungen in der internationalen bzw. der deutsch-israelischen Jugendarbeit verfügen - sei es in der Jugendverbandsarbeit oder der historisch-politischen Bildung. Von diesen vielfältigen Perspektiven und Zugängen profitierte der Austausch im Rahmen dieser bilateralen Fortbildung. 

Im Mittelpunkt des Fortbildungsprogramms stand die Reflexion der Rolle von Begegnungsleiter_innen im Sinne einer diversitätsbewussten internationalen Jugendarbeit. Wichtige methodische und konzeptuelle Anregungen dazu lieferte ein Workshop der Sozialwissenschaftlerin Anne Sophie Winkelmann. Die Beschäftigung mit der Heterogenität der Fortbildungsteilnehmer_innen bot zugleich einen wichtigen Ausgangspunkt für die Vorbereitung eines gemeinsamen Seminartags in der Gedenkstätte Sachsenhausen. Im Anschluss an eine Führung über das Gelände der Gedenkstätte tauschten sich die Teilnehmer_innen über die – wie sich im Verlauf des Tages zeigte – zum Teil unterschiedlichen Motivationen und Zielperspektiven eines gemeinsamen Besuchs einer NS-Gedenkstätte mit einer deutsch-israelischen Austauschgruppe aus. Ein gemeinsamer Akt des Gedenkens auf dem Gelände der Gedenkstätte bildete den Abschluss des Seminartages in der Gedenkstätte. Dieser Gedenkakt war zuvor von einigen Teilnehmer_innen aus Deutschland und Israel gemeinsam vorbereitet und vorgeschlagen worden.  

Ein weiteres Themenfeld eröffnete der Workshop des Soziologen und Erziehungs-wissenschaftlers Shemi Shabat mit der Frage, wie Konflikte in Austauschgruppen erkannt, analysiert und bearbeitet werden können. Der Beitrag bot den Teilnehmer_innen Gelegenheit, sich eigene Muster des Umgangs mit Konflikten zu vergegenwärtigen und stellte Modelle der Konfliktanalyse sowie mögliche Lösungsansätze vor. Shabat ermutigte in seinem Workshop die Teilnehmer_innen zudem, geeignete Konflikte in Gruppenbegegnungen explizit zu thematisieren und auf diese Weise als Lernfelder nutzbar zu machen. 

Die Fortbildung ist ein Kooperationsprojekt von ConAct, dem Council of Youth Movements (CYMI – Rat der Jugendbewegungen Israel) und dem Israel Youth Exchange Council. Das Seminar wurde geleitet von Advah Meir-Weil, Council of Youth Movements Israel, Jana Jelitzki und Bianca Ely (ConAct). Das Projektteam wurde unterstützt durch Judith Kehl, ehemalige Freiwillige bei ConAct und Mitglied des Junior-Teams für den deutsch-israelischen Jugendaustausch.


Weitere Informationen zum ersten Teil der Fortbildung finden Sie hier. 
Der 2. Teil bilaterale Fortbildungsteil in Israel ist für den 17.-23. Februar 2013 geplant. Ein Einstieg in die Fortbildung ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt leider nicht mehr möglich.