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FoBi #3 in Israel: Projekte leiten – Begegnungen begleiten Fortsetzung der Fortbildungsreihe für Begegnungsleiterinnen und -leiter in Israel

Für den 3. Teil der Fortbildungsreihe "Projekte leiten - Begegnungen begleiten" kamen vom 17.-23. Februar 2013 Begegnungsleiterinnen und -leiter im deutsch-israelischen Jugend- und Fachkräfteaustausch in Israel zusammen. Die deutschen und israelischen Multiplikator_innen hatten bereits im September 2012 in Werftpfuhl (Brandenburg) und Berlin den bilateralen Lern- und Arbeitsprozess begonnen und konnten in Israel nun an persönliche Diskussionen und thematische Auseinandersetzungen anknüpfen. 
In Israel wurden die drei zentralen inhaltlichen Schwerpunkte  des Seminars - "Erinnerung und Gedenken im deutsch-israelischen Austausch", "Reflexion der Rolle als Begegnungsleiter_in im Sinne einer diversitätsbewussten internationalen Jugendarbeit" und "Israel im Kontext des Nahostkonflikts" - vorrangig im Hinblick auf die israelische Gesellschaft diskutiert. 

Anders als bei der vorangegangenen Fortbildung in Werftpfuhl /Berlin fand das Programm nicht an einem festen Ort statt. Vielmehr waren einige der israelischen Teilnehmer_innen eng in die Vorbereitung des Programms eingebunden und luden die Gruppe in ihren Ort bzw. ihre Institution ein. Entsprechend vielfältig gestaltete sich auch der Ablauf: Auf den Programmstart in Tel Aviv folgte ein erlebnisorientierter und auf Gruppendynamik ausgerichteter Besuch bei den Tel Aviver Sea Scouts, die am Ufer des Yarkon-Flusses ein Jugendzentrum mit Schwerpunkt auf Outdoor Training Aktivitäten (kurz: ODT) betreiben. Einen weiteren Tag verbrachte die Seminargruppe in Nazareth, wo unter anderem der Besuch eines Jugend- und Nachbarschaftszentrums der arabischen Sektion der HaNoar HaOved auf dem Programm stand, welches von einem israelischen Programmteilnehmer geleitet wird.  

Ein Besuch der Gedenkstätte "Lochamei Hagettaot" (engl. Ghetto Fighters’ Museum) nahe der Stadt Akko im Norden des Landes stand an einem weiteren Seminartag auf dem Programm. Anhand der Ausstellung und des dortigen pädagogischen Angebots wurde die Entwicklung der israelischen Gedenk- und Erinnerungskultur und die der pädagogischen Vermittlung verdeutlicht und anschließend in den Kontext der gemeinsamen Beschäftigung im Rahmen deutsch-israelischer Jugendbegegnungen gestellt. 

Der letzte Seminarteil führte die Gruppe schließlich nach Jerusalem. Auf dem Programm dort stand unter anderem eine Tour der Nichrregierungsorganisation Ir Amim zum Verlauf der israelischen Sperranlage und deren Auswirkungen auf das Leben der Menschen in einigen palästinensischen Dörfern. Zudem bot die Tour einen Einblick in die aktuellen Entwicklungen im israelischen Siedlungsbau in Ost-Jerusalem im Kontext der Nahost-Friedensbemühungen. 

Die letzten zweieinhalb Seminartage verbrachte die Gruppe in intensiven Workshops, in denen die gemeinsamen Besuche ausgewertet und gemeinsam Rückschlüsse für die Konzeption und Ausgestaltung deutsch-israelischer Jugendaustauschprogramme gezogen wurden. So beschäftigten sich die Seminarteilnehmer_innen intensiv mit der Frage, ob, und wenn ja, wie und mit welcher Zielstellung das Thema "Nahostkonflikt" in deutsch-israelischen Jugendbegegnungen aufgegriffen werden sollte. Hier zeigte sich, dass die Beschäftigung mit dieser Frage ein großes Maß an Vertrauen und Empathiefähigkeit auf allen Seiten erfordert und dass die persönlichen Motivationen und professionellen Zielsetzungen hinsichtlich dieser Fragen das Selbstverständnis  berühren und zum Teil weit auseinander gehen können. Gerade deswegen erscheint ein Austausch darüber wesentlich für eine konstruktive und erfolgreiche Zusammenarbeit innerhalb deutsch-israelischer Projektteams. 

Der letzte und abschließende Teil FoBi #4 für die Teilnehmer_innen aus Deutschland ist für den 24.-27. April 2013 in Berlin geplant. Ein Einstieg ins Programm ist zu diesem Zeitpunkt leider nicht mehr möglich. 

Die Fortbildung ist ein Kooperationsprojekt von ConAct, dem Council of Youth Movements (CYMI – Rat der Jugendbewegungen Israel) und dem Israel Youth Exchange Council. Das Seminar wurde geleitet von Advah Meir-Weil, Council of Youth Movements Israel, Jana Jelitzki und Bianca Ely (ConAct). 
Hier finden Sie weitere Informationen zum ersten und zweiten Teil der Fortbildungsreihe.