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Gemischter Fachausschuss für den Deutsch-Israelischen Jugendaustausch tagte in Nürnberg

370 Programme für den Jugendaustausch zur Förderung vorgeschlagen für 2018

Der deutsch-israelische Jugendaustausch ist mit rund 270 realisierten Projekten im Jahr 2017 in hohem Maße aktiv und präsent – dies stellte der gemischte Fachausschuss für den deutsch-israelischen Jugendaustausch auf seiner jährlichen Sitzung fest, die vom 4. bis 7. Dezember 2017 in Nürnberg stattfand. Der Fachausschuss dankte ConAct und der Israel Youth Exchange Authority (IYEA) für das große Engagement bei der Gestaltung und Entwicklung des deutsch-israelischen Jugendaustausches im zu Ende gehenden Jahr 2017.

Wie immer kamen die Vertreter*innen der im außerschulischen Jugendaustausch zwischen Deutschland und Israel vertretenen Strukturen für drei Tage zusammen, um aktuelle Herausforderungen und neue Entwicklungen im Jugendaustausch zu besprechen. Dabei waren der Deutsche Bundesjugendring und der israelische Verband der Jugendbewegungen ebenso involviert wie Vertreter*innen der Städte und Kommunen beider Länder, die Deutsche Sportjugend und der Zusammenschluss des Israelischen Sports vertreten durch den Verband Maccabi.

Am Tagungsort Nürnberg nahmen die Mitglieder die Gelegenheiten wahr, Orte der Geschichte Nürnbergs zu besuchen: Ein Besuch auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände stand auf dem Programm, ebenso wie der Besuch des Memoriums der Nürnberger NS-Kriegsverbrecherprozesse. Zudem umfasste der Besuch ein gemeinsames Gedenken an die Opfer des Terroranschlags auf die israelischen Sportler*innen während der Olympischen Spiele 1972 in München.

Inhaltlich stand in diesem Jahr erneut der aktuelle Themenschwerpunkt der jugendpolitischen Zusammenarbeit beider Länder und das gleichnamige, mehrjährige Projekt „Living Diversity in Germany and Israel – Challenges  and Perspectives for Education and Youth Exchange“ im Mittelpunkt: Seit mehr als zwei Jahren arbeitet ein bilaterales Team von ConAct und IYEA am fachlichen Austausch zwischen deutschen und israelischen Jugendorganisationen und Bildungsträgern zu Herausforderungen der diversitätsbewussten Bildungsarbeit in Deutschland und Israel. Auf der Sitzung des Fachausschusses stellte das Team die bisher durchgeführten Veranstaltungen und Zwischenergebnisse dieses fachlichen Diskurses vor. Der Fachausschuss würdigte die wichtigen Ergebnisse und ermutigte zur Intensivierung und Ausweitung der Aktivitäten des Themenschwerpunkts im Jahr 2018 – gerade vor dem Hintergrund der Zunahme menschenfeindlicher Äußerungen und Aktionen in den Gesellschaften weltweit sei es wichtig, nicht darin nachzulassen, aktiv gegen Ausgrenzung, Rassismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit sowie Antisemitismus einzutreten und für Demokratie und das zivilgesellschaftliche Miteinander zu wirken. Das Projekt „Living Diversity in Germany and Israel“ leiste hierzu einen wichtigen und sichtbaren Beitrag.

Der Fachausschuss würdigte zudem den erneuten Anstieg der Anzahl beantragter Begegnungsprogramme für das Jahr 2018. Er empfahl, unter Berücksichtigung der qualitativen Anforderungen an bilaterale deutsch-israelische Austauschprogramme, rund 370 Programme für den Jugendaustausch 2018 in die Förderung aufzunehmen. Er dankte den Trägern auf beiden Seiten für ihr großes Engagement im deutsch-israelischen Jugendaustausch. Dieses Engagement und die Kontinuität in der Zusammenarbeit seien ein deutliches Zeichen des anhaltenden Interesses junger Menschen  aus beiden Ländern an Begegnungen und Austausch.