Gemeinsam Erinnern – Filme & Dokumentationen

Am Ende kommen Touristen

Regie: Robert Thalheim, Deutschland 2007 (85 Min.)

Ein junger Deutscher leistet seinen Friedensdienst in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte der Gedenkstätte Auschwitz. Sven betreut an diesem sensiblen Ort einen ehemaligen KZ-Häftling und muss sich mit verschiedenen Formen des Gedenkens und Erinnerns an die Verbrechen der Nationalsozialisten auseinandersetzen. Aber er lernt auch das Leben junger Leute im heutigen Oswiecim kennen und verliebt sich in eine Polin.

Die Bundeszentrale für politische Bildung hat zu diesem Film ein Filmheft herausgegeben, das hier abrufbar ist.

Die Wohnung

Regie: Arnon Goldfinger, Deutschland/Israel 2011 (97 Min.)

Eine Wohnung in Tel Aviv – ein Stück Berlin, mitten in Israel. 70 Jahre lang hat Gerda Tuchler hier mit ihrem Ehemann Kurt gelebt, nachdem beide in den 1930er Jahren vor den Nazis aus Deutschland geflüchtet waren. Als Gerda Tuchler mit 98 Jahren stirbt, hinterlässt sie unzählige Briefe und Fotos – Zeugnisse eines reich gefüllten Lebens. Doch in den Dokumenten werden auch Spuren einer bislang unbekannten Seite der Familiengeschichte sichtbar.

Enkelsohn und Filmemacher Arnon Goldfinger begibt sich zusammen mit seiner Mutter auf Spurensuche und entdeckt Dokumente, die eine unglaubliche Freundschaft belegen: Zwischen dem Großvater Kurt – einst Richter in Berlin und überzeugter Zionist – und dem SS-Offizier und zeitweisen Abteilungsleiter des Judenreferats des Sicherheitsdienstes, Leopold Itz Edler von Mildenstein.

Der Film und viele Hintergrundinformationen sind auf der Website der Bundeszentrale für politische Bildung kostenlos zugänglich. Zum Film gibt es auch eine pädagogische Arbeitshilfe, die Sie hier herunterladen können. 

Die Judenschublade – Junge Juden in Deutschland

Regie: Margarethe Mehring-Fuchs/Stefan Laur, Deutschland 2005 (60 Min.)

Im Film kommen deutsche jüdische Jugendliche zu Wort. Sie erzählen von jüdischer Kultur und Religion, Geschichte und Ausgrenzungserfahrungen oder ihr Verhältnis zu Israel und zeigen dabei die Vielfalt jüdischen Lebens im Deutschland von heute.

Zum Film gibt es eine Arbeitshilfe des Anne Frank Zentrums.

2 oder 3 Dinge, die ich von ihm weiß

Regie: Malte Ludin, Deutschland 2004 (87 Min)

Der Dokumentarfilm zeigt die Familie eines Nazitäters, 60 Jahre nach Kriegsende. Längst ist die Wahrheit über die Vergangenheit des Vaters aktenkundig, aber unter seinen Verwandten wird sie beschönigt, geleugnet und verdrängt. Der Regisseur Malte Ludin, jüngster Sohn von Hanns Ludin, setzt sich filmisch mit den Legenden, die in der Familie über den Vater kursieren, auseinander: War er ein Held und Märtyrer oder ein Verbrecher?

Schnee von gestern

Regie: Yael Reuveny, Deutschland/Israel 2013 (96 Min)

Die aus Israel stammende Regisseurin Yael Reuveny macht sich auf die Suche nach dem Bruder ihrer Großmutter, der als im Zweiten Weltkrieg ums Leben gekommen gilt. Tatsächlich lebte er nach 1945 unter falschem Namen und mit einer Deutschen verheiratet nahe des ehemaligen KZ-Außenlagers Schlieben.

Yael Reuveny erzählt ihre Geschichte durch drei Generationen. Der Film verhandelt die Begriffe Familie, Heimat, Andenken und Schuld, aber auch Versöhnung und Zukunft.

REMEMBERING. 18 Kurzfilme von jungen Menschen aus Deutschland und Israel

Deutschland/Israel 2015 (je zwischen 2 und 9 Min.)

18 junge Menschen aus Israel und Deutschland schildern uns, welche Bedeutung die Schoah heute für sie hat, recherchieren die Geschichte ihrer Groß- oder Urgroßeltern und verarbeiten ihre Erkenntnisse in Kurzfilmen, Texten und Fotos. Im Rahmen des Jubiläums der deutsch-israelischen diplomatischen Beziehungen 2015 entstanden die Filme bei einer von ConAct geförderten Jugendbegegnung des ABC Bildungs- und Tagungszentrums.

Die Filme sowie Hinweise für die pädagogische Arbeit und Hintergrundinformationen über die jungen Filmemacher_innen sind auf der multimedial gestalteten Website zum Projekt remembering.today zugänglich.