„We all have something in common and we really found that!“

Jugendbegegnung „Shaping Identities!“ zwischen dem Ludwig-Wolker e. V., dem BDKJ Berlin und den Tzofim (Israeli Boys and Girls Scouts)

(Foto © Ludwig-Wolker-Haus)
(Foto © Ludwig-Wolker-Haus)
(Foto © Ludwig-Wolker-Haus)
(Foto © Ludwig-Wolker-Haus)

„Shaping Identities!“ war eines von mehreren interkulturellen Theaterprojekten, die die Projektträger in den vergangenen fünf Jahren durchgeführt haben. Dabei trafen sich um die zwanzig Jugendliche aus Israel und Deutschland mit einer kurzen Unterbrechung für jeweils zehn Tage in beiden Ländern.

Theater als Methode

Die Reflexion des intensiven Programms zur historisch-politischen Bildung – mit Besuchen in den Gedenkstätten Sachsenhausen und Yad Vashem, im Tränenpalast und im Israel-Museum, bei Treffen mit Zeitzeug*innen und Geflüchteten – wurde bei „Shaping Identities!“ unterstützt durch tägliche Kreativworkshops. Diese wurden von professionellen Schauspieler*innen und Choreograph*innen angeleitet. Die gemeinsame Arbeit an einer Performance half den Jugendlichen dabei, schnell ein intensives Gruppengefühl aufzubauen. Die Bühne bot die Möglichkeit, Dinge an- und auszusprechen, die sonst vielleicht verborgen geblieben wären. Das Besondere an dieser Jugendbegegnung ist, dass die jungen Menschen über alle Grenzen hinweg in kürzester Zeit Ängste und Hoffnungen, Zweifel und Träume miteinander teilen. Kunst erlaubt es uns, mit dem Herzen zu reflektieren.

Ermutigung

Die Herausforderung im Projekt bestand schon in der Aufgabenstellung selbst: Wir wollten die Jugendlichen dazu ermutigen, sich mit den unterschiedlichen Facetten und Grundlagen ihrer eigenen Identität zu beschäftigen. Dabei ist sowohl Verbindendes als auch Trennendes zum Vorschein gekommen. Was geschieht, wenn beides Raum und Zeit bekommt, wirklich und ehrlich erlebt zu werden, zeigt der Film „Shaping Identities!“, der auf YouTube zu finden ist: Die Kamera, quasi als Teil der Gruppe, hat es geschafft, die persönliche Entwicklung der jungen Menschen innerhalb des Projekts einzufangen.

Persönliche Bezüge herstellen

Die Projektträger sind stolz, mit diesem Format einen Weg gefunden zu haben, der Jugendlichen eine Möglichkeit bietet, sich mit der Geschichte auseinander zu setzen und dabei einen ganz persönlichen Bezug herzustellen. Die bei dieser Auseinandersetzung aufkommenden Emotionen in der Gruppe zu tragen, erfordert ein großes Vertrauen untereinander. Einer der intensivsten Momente bei dieser Begegnung war die gemeinsame Gedenkzeremonie in Sachsenhausen. Hier zeigte sich, wie persönlich, emotional und zugewandt sich die Teilnehmer*innen mit der Geschichte der Shoah auseinandersetzen. Wir sind froh, all diesen Gedanken und Emotionen in der Begegnung im wahrsten Sinne des Wortes eine Bühne geboten zu haben.

(Renate Krekeler-Koch, Bildungsreferentin Ludwig-Wolker e.V.)